Taktiles Leitsystem Haus der Geschichte, Düsseldorf

„Demokratie, Vielfalt, Wandel“. So lautet der Leitgedanke der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens, einer selbstständigen Stiftung des Landes Nordrhein-Westfalens mit Sitz in Düsseldorf. Errichtet wurde sie per Gesetzbeschluss des Landtags vom 18. Dezember 2019, zu finden hier. Die Stiftungsorgane sind das Kuratorium, der Wissenschaftliche Beirat, der Arbeitskreis gesellschaftlicher Gruppen und das Präsidium. Das Kuratorium besteht aus den Mitgliedern des Präsidiums des Landtags, je einem Abgeordneten der im Landtag vertretenen Fraktionen, fünf Mitgliedern der Landesregierung sowie den Vorsitzenden der beiden Landschaftsverbände. Beschlossen werden dort alle grundsätzlichen Fragen inhaltlicher, finanzieller oder personeller Art. In der ersten Hälfte der Amtsperiode übernimmt André Kuper MdL, der Präsident des Landtags, den Vorsitz des Kuratoriums. Vertreten wird er von Ministerpräsident Armin Laschet, der den Vorstand in der zweiten Hälfte übernimmt.

Der Zweck der Stiftung, welcher mit dem Leitgedanken verwirklicht wird, ist es, die Geschichte des Landes NRW, seine Vergangenheit, seine Entstehung und seine Entwicklung darzustellen und anschaulich werden zu lassen. Geleistet werden soll dies durch die Einrichtung eines modernen, zeithistorischen Museums, dem Haus der Geschichte, im Behrensbau am Düsseldorfer Mannesmannufer. In der Jubiläumsausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ gibt die Ausstellung in acht Kapiteln Einblicke in bewegte und bewegende Zeiten. Es werden Geschichten von 30 Menschen aus NRW erzählt, die für die gesellschaftliche Geschichte des Landes stehen. Zeitzeug_innen berichten von individuellen Erlebnissen, persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen, Flucht, Vertreibung, Katastrophen, Schicksalsschlägen, Protesten, Errungenschaften, Niederlagen und Erfolgen. Thematisiert werden außerdem Vielfalt und die Probleme des Landes, die unter anderem die Themen Flucht, Vertreibung, Industrie, Wirtschaft und Fußball umfassen.

Die in einem Rundgang konzipierte Ausstellung zeigt die vielen Kulturen, Traditionen und Mentalitäten des Landes, die allen Bürger_innen zugänglich gemacht werden soll um damit zur Identifikation mit ihrer Heimat beizutragen. Die Wurzeln und Entwicklung des Landes zu kennen ist gerade für die Generation, die die Anfänge des Landes und der Demokratie nicht selbst miterlebt haben, umso wichtiger.

Ein inklusiver Mediaguide bietet allen Besucher_innen ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes audiovisuelles Ausstellungserlebnis. Um die Ausstellung nicht nur audiovisuell, sondern auch taktil wahrnehmen zu können, haben wir ein taktiles Leitsystem verlegt. Dieses erstreckt sich über die gesamte Ausstellung. Mit Rippen und Noppen werden blinde und sehbehinderte Menschen durch die Ausstellung geführt. Durch Aufmerksamkeitsfelder und Abzweigungen wird für sie ertastbar, welchen Weg sie laufen müssen und wo sich die Exponate befinden.

 

Quellen: www.landtag.nrw.de & www.land.nrw