6. Juni: Sehbehindertentag – Poller als Stolperfalle

In Deutschland gibt es laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als eine Millionen sehbehinderte Menschen. Der Deutsche Blinden- uns Sehbehindertenverband DBSV hat im Jahre 1988 einen eigenen Aktionstag eingeführt, um auf die Bedürfnisse dieser Menschen aufmerksam zu machen. Dieser findet jährlich am 6. Juni zu einem bestimmten Thema statt. Dieses Jahr steht er unter dem Thema: Pollermützen für mehr Sicherheit auf Gehwegen.

Mit dieser Aktion macht der DBSV, zusammen mit der Selbsthilfeinitiative PRO RETINA Deutschland, zum diesjährigen Sehbehindertentag darauf aufmerksam, dass eine kontrastreiche Gestaltung von Pollern vor Unfällen schützt. Auf Gehwegen in ganz Deutschland wird man rund um den Sehbehindertentag Poller, die normalerweise grau und somit schwer zu erkennen sind, mit leuchtend rot-weiß geringelten Mützen finden.

Am häufigsten werden Poller im Straßenraum als Hindernis für Kraftfahrzeuge zur Freihaltung von Fußgängerbereichen, wie Gehwegen und Fußgängerzonen sowie Radwegen, eingesetzt. Eine Anordnung von Pollern entlang des fahrbahnseitigen Geh- oder Radwegrandes verhindert ein Zuparken, das Aufstellen der Poller quer über die nutzbare Gehwegbreite verhindert ein unerlaubtes Befahren des Gehweges für Fahrzeuge. Besonders aus der Sicht älterer und mobilitätseingeschränkter Fußgänger ist für eine sichere und hindernisfreie Fortbewegung eine Absperrung mit Pollern möglichst zu vermeiden.

Der Hintergrund der Aktion sind Unfälle, die häufig passieren, weil Hindernisse sich nicht kontrastreich von ihrem Umfeld abheben. Besonders für Menschen mit einer Sehbehinderung stellen die grauen Poller eine Gefahr dar. Eingesetzt werden sie im Straßenraum am häufigsten als Hindernis für Kraftfahrzeuge zur Freihaltung von Fußgängerbereichen wie Gehwegen, Fußgängerbereichen und Radwegen. Eine Anordnung von Pollern entlang des fahrbahnseitigen Geh- oder Radwegrandes verhindert das Zuparken, das Aufstellen quer über die nutzbare Gehwegbreite hingegen verhindert ein unerlaubtes Befahren des Gehweges für Fahrzeuge.

Oftmals werden die Poller durch die geringe Höhe und ihre häufig fehlende visuelle und taktile Kennzeichnung übersehen und insbesondere von blinden und sehbehinderten Fußgängern nicht rechtzeitig wahrgenommen. Auch zu geringe Abstände zwischen den Pollern stellen regelrechte Hindernisse dar. Sie bilden eine massive Barriere für Rollstuhl- und Rollatornutzer*innen. Daraus ergeben sich Gefährdungen, die nicht selten zu schmerzhaften Verletzungen führt.

Deshalb hat der DBSV seine Mitgliedsorganisationen und -einrichtungen zu einer bundesweiten Aktion aufgerufen, die vom Wollhersteller Schachenmayr unterstützt wird. Außerdem beteiligen sich viele sehbehinderte Menschen daran.

Bei der unvermeidbaren Verwendung von Pollern, müssen sie so gestaltet und angeordnet werden, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Um diese Anforderung zu erfüllen ist sicher zu stellen, dass sie leicht und rechtzeitig für alle FußgängerInnen eindeutig wahrnehmbar sind. Dies gilt auch bei Dunkelheit und schlechten Witterungsbedingungen. Insbesondere für sehbehinderte Verkehrsteilnehmer*innen sind visuelle Kennzeichnungen an Pollern wichtig, denn diese Menschen verfügen häufig über eine herabgesetzte Kontrastempfindlichkeit. Nicht selten kommt es zu Zusammenstößen, die zu schmerzhaften Verletzungen führen, da sich Poller in dezenten Farbgebungen nicht ausreichend kontrastieren abzuheben. Für blinde Verkehrsteilnehmer*innen müssen sie, insbesondere wenn sie quer zur Gehrichtung über die nutzbare Gehwegbreite angeordnet sind, taktil wahrnehmbar gekennzeichnet sein.

Als Fachbetrieb für Barrierefreiheit sind wir besonders darum bemüht, auf diesen Tag und die alltäglichen Probleme von blinden und sehbehinderten Menschen, sowie jenen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, hinzuweisen. Unsere Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Sehen, Kontraste, Orientierung, Mobilität, Leitsysteme, Taktilität, Treppensicherheit, Sturzprävention, Unfallverhütung und barrierefreie Entfluchtung. Wir begrüßen diese diese Aktion, die auf die Notwendigkeit von Kontrasten hinweist. Dies ist nicht nur wichtig für Menschen mit Seheinschränkung, Kontraste sind für Alle wichtig. Insbesondere an Treppen ist eine kontrastreiche Stufenmarkierung wichtig. Inclusion leistet hier entsprechende Aufklärungsarbeit, um diesen Unfallschwerpunkt zu entschärfen.

 

Zur Quelle und für weitere Infos, klicken Sie hier.