Normen / Richtlinien zur Barrierefreiheit

Es gibt verschiedene Richtlinien zur Barrierefreiheit. Im Folgenden haben wir die Richtlinien nach der deutschen Norm (DIN) näher erläutert.

Normung

Normung kann man definieren als planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit.

Die Zielsetzung ist unter anderem die Rationalisierung, Qualitätssicherung, Sicherheit, Vergleichbarkeit / Konformität sowie Verständigung. Grundlage für die Akzeptanz von Normen ist die Berücksichtigung des aktuellen Standes der Technik sowie das Konsensverfahren. Wichtig im Normungsverfahren ist die Beteiligung aller interessierten Kreise.

In den Normen wird auf den „Stand der Technik“ verwiesen, was ein „entwickeltes Stadium der technischen Möglichkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt, soweit Produkte, Prozesse und Dienstleistungen betroffen sind, basierend auf entsprechenden gesicherten Erkenntnissen von Wissenschaft, Technik und Erfahrung“ per Definition der CEN (DIN EN 45020) entspricht.

Als Normungs-Organisation in Deutschland gilt das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN) mit Sitz in Berlin.

Die DIN ist ein Regelgeber und kein Gesetzgeber.

Normen sind nur dann bindend, wenn sie privatrechtlich vereinbart oder wenn in öffentlich-rechtlichen Vorschriften (Verordnungen) darauf Bezug genommen wird, z.B. Aufnahme in die Liste der Technischen Baubestimmungen (LTB).

 

Relevante Normen für die barrierefreie Gestaltung sind unter anderem:

DIN 18040
Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen Teil 1 Öffentlich zugängliche Gebäude; (Ausgabe 2010) Teil 2 Wohnungen (Ausgabe 2011) Grundlagen für die Planung von barrierefreien öffentlichen Gebäuden (Teil 1) bzw. Wohnungen (Teil 2) zeigt unter welchen technischen Voraussetzungen Barrierefreiheit erreicht wird:

DIN 32974
Akustische Signale im öffentlichen Bereich – Anforderungen

DIN 32975
Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung DIN 32976 Blindenschrift – Anforderungen und Maße.

DIN 32984
Bodenindikatoren im öffentlichen Raum

E DIN 32986:2013
Taktile Schriften und Beschriftungen — Anbringung von Braille- und erhabener Profilschrift

ISO/FDIS 23599
“Assistive products for blind and vision-impaired persons — Tactile walking surface indicators”.

ÖNORM B 1600
Barrierefreies Bauen Planungsgrundlagen

ÖNORM V 2102-1
Technische Hilfen für sehbehinderte und blinde Menschen – Taktile Bodeninformationen

SN 521500
Hindernisfreie Bauten

Der Verein Deutscher Ingenieure VDI e.V. hat mit dem Richtlinienausschuss das Thema Barrierefreiheit behandelt. VDI/VDE 6008 Blatt 3 “Barrierefreie Lebensräume – Möglichkeiten der Elektrotechnik und Gebäudeautomation”.

Die Richtlinie wendet sich unter anderem an: Planer als Architekten und Ingenieure, ausführende Firmen, Beratungsstellen (z.B. Wohnraumanpassung), Wohlfahrtsverbände und karitative Einrichtungen, kommunale und staatliche Bauämter, Bauherren und Investoren, Wohnungswirtschaft, betroffene Menschen und deren Angehörige, Schulungs- und Ausbildungseinrichtungen, Krankenkassen und weitere Kostenträger für technische Maßnahmen im Sinne der Richtlinie (SGB 5, 9, 11).