Kunsthalle Bremen – Kunst barrierefrei genießen

Mit dem Ziel, ein Museum für jede*n zu sein, will die Kunsthalle Bremen allen Menschen den Zugang zu den Ausstellungen ermöglichen. Dabei soll das Sammeln der Kunsterfahrungen und der Austausch unabhängig von den jeweiligen Voraussetzungen der Menschen sein.

Um dies zu ermöglichen, wird ab November das Projekt Brückenschläge präsentiert, welches gemeinsam mit einem Expter*innengremium und dem Landesbehindertenbeauftragten der Freien Hansestadt Bremen erarbeitet wurde. Zusätzlich gefördert wird es von der Aktion Mensch. Für die Möglichkeit, die neuen inklusiven Angebote auszuprobieren, gibt es am 01. November 2022 Uhr ein Podiumsgespräch mit Expert*innen zu den Themen Barrierefreiheit und Inklusion in kulturellen Einrichtungen. Als Auftakt des Projekts besteht außerdem die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen.

Zur Realisierung des Projekts ist die Dauerausstellung „Remix. Die Sammlung neu sehen.“ mit mehreren inklusiven Vermittlungsformaten ausgestattet. Zu diesen lassen sich Tastmodelle von Gemälden und Skulpturen zählen, die über ein taktiles Leitsystem miteinander verbunden sind. Außerdem gibt es einen Videoguide in Deutscher Gebärdensprache sowie einen Audioguide für blinde und sehbehinderte Menschen und einen Audioguide in einfacher Sprache. Dieser ist zusätzlich auch auf Russisch, Arabisch, Französisch und Englisch abrufbar.

Eine weitere Maßnahme, um blinden und sehbehinderten Menschen den Besuch zu erleichtern, ist ein kontrastreich gestalteter Eingang. Im Museum selber sind keine Karussell- oder Rotationstüren vorhanden, Glastüren sind mit Sicherheitsmarkierungen gekennzeichnet. Räume und Flure sind hell ausgeleuchtet, Hindernisse, wie in den Raum ragende Gegenstände, sind nicht vorhanden. Wie bereits erwähnt, sind die Exponate mit einem taktilen Leitsystem verbunden. Dieses besteht aus Leitlinien aus Rippen und Aufmerksamkeitsfeldern aus Noppen. Für das Leitsystem im Ausstellungsbereich wurden Elemente aus Messing verwendet. Diese wirken auf dem dunklen Holz-Boden besonders edel. Für die Aufmerksamkeitsfelder im Treppenhaus wurden weiße Elemente gewählt, weil diese besser zu dem Stein-Boden passen und einen besseren Kontrast bilden, als dunkle Elemente es tun würden.

 

 

Auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Rollstuhlfahrer*innen, Menschen mit Hörbehinderungen und gehörlose Menschen, Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen mit Leseschwäche, Menschen mit Autismus-Spektrumsstörung sowie Menschen mit Demenz bietet das Museum gesonderte Angebote. Einen Überblick über diese Angebote finden Sie hier.

Zurzeit (Stand 28.10.2022) gibt es in der Kunsthalle sechs Ausstellungen. Bis Ende des Monats sind die Werke der neun Künstler*innen zu sehen, die dieses Jahr für den Kunstpreis nominiert waren. Auch die Ausstellungsreihe „Remix“ gibt neben Funden aus dem Depot Einblicke in die Sammlung zeitgenössischer Kunst. Neben den Werken der zeitgenössischen Kunst stellt die Ausstellung „Manns-Bilder“ zeitlose Fragen nach Schönheit und Männlichkeit, indem sich ideale Akte und individuelle Körper gegenüber stehen. Weitere Darstellung des Körpers lassen sich in der Ausstellung „Wer war Milly?“  finden. Bei dieser essayistischen Auseinandersetzung werden Klischees analysiert, in denen Schwarze Frauen objektiviert, exotisiert und erotisiert werden. Ausgangspunkt dafür ist das Gemälde Schlafende Milli von Ernst Ludwig Kirchner aus 1911.