27. Januar: Gedenken an die Opfer des NS

Am 27. Januar 2021 wird an die Opfer der “Euthanasie”-Verbrechen im Nationalsozialismus gedacht.

Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, wird in aller Stille einen Kranz am Gedenkort niederlegen. Der Gedenkort ist die Tiergartenstraße 4, von wo aus die Nationalsozialisten 1940-1941 im Rahmen der sogenannten “T4-Aktion” die systematische Zwangssterilisation und Tötung von Menschen mit Lernschwierigkeiten oder psychischen Erkrankungen planten. Die Planung gelang unter direktem Befehl der “Kanzlei des Führers”.

Normalerweise findet das Gedenken am Gedenk- und Informationsort statt, was dieses Jahr Pandemiebedingt nicht möglich ist. Stattdessen gendenken wir in ganz Deutschland verstreut, aber in Gedanken und digital verbunden, denn zur Arbeit an einer demokratischen und inklusiven Zukunft gehört auch ein gemeinsames Erinnern. Außerdem wird ein Video mit einer Rede des Beauftragten auf der Seite der Beauftragten der Bunderegierung für die Belange von Menschen mit Behinderung veröffentlicht, zu finden hier.

Am Abend ist per Livestream-Talk mit Claudia Roth und dem Pianisten Igor Levit, der per Klavier zu hören sein wird, zudem eine neue Folge von “Salon im Kleisthaus” geplant. Claudia Roth ist Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und besonders bekannt für ihren Einsatz für den Schutz von Minderheiten, gegen Rassismus und Diskriminierung und für eine lebendige Erinnerungskultur.

Ein Jahr später, am 20. Januar 1942, trafen sich hochrangige Vertreter der nationalsozialistischen Regierung um den Holocaust im Detail zu organisieren. Seit 1992 wird die Villa am Wannsee offiziell als Gedenk- und Bildungsstätte genutzt. Damit die Dauerausstellung möglichst viele Besucher und Besucherinnen berücksichtigt, folgt die Ausstellung inhaltlich wie auch hinsichtlich der Gestaltung den “Design für Alle” – Richtlinien. Daher haben wir ein taktiles Leitsystem verlegt, das vor allem sehbehinderten und blinden BesucherInnen die Orientierung erleichtert. Mehr Informationen darüber finden Sie hier.

inclusion-Leitsystem führt durch inklusive Wannseekonferenz-Dauerausstellung

Auf der Wannseekonferenz trafen sich am 20. Januar 1942 hochrangige Vertreter der nationalsozialistischen Regierung, um den Holocaust im Detail zu organisieren. Seit 1992 wird die Villa am Wannsee offiziell als Gedenk- und Bildungsstätte genutzt. Das Ausstellungskonzept ist nun komplett überarbeitet worden.

 

„Design für Alle“

Die neue Dauerausstellung, die am 19. Januar 2020 eröffnet worden ist, legt großen Wert darauf, die Bedürfnisse möglichst vieler Besucherinnen und Besucher zu berücksichtigen. Sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der Gestaltung folgt das Ausstellungskonzept den „Design für Alle“-Richtlinien. Das taktile Leitsystem, das vor allem sehbehinderten und blinden Besuchern die Orientierung erleichtert, kommt von der inclusion AG.
Wie im Newsletter des Deutschen Blinden- Sehbehindertenverbandes (DBSV) Nr. 3-20 im Januar zu lesen war, haben Menschen mit Behinderungen als Sprecherinnen und Sprecher für unterschiedliche Behinderungsarten an der Gestaltung der Ausstellung mitgewirkt.

 

Technisch aufwendiges Pilotprojekt

Die Ausstellung verfügt neben dem taktilen Leitsystem auch über taktile Ausstellungsstücke und Raumpläne, Induktionshörer sowie drei untertitelte Videomonitore. Daneben ist ein Mediaguide mit Rundgängen für sehbehinderte, blinde, schwerhörige und gehörlose Menschen erhältlich. Die Führungen im Mediaguide nutzen Beacontechnik zur automatischen Auslösung von Beiträgen und enthalten umfangreiche Audiodeskriptionen. Zusätzlich haben sehbehinderte Menschen die Möglichkeit, die Inhalte vieler Monitore zu invertieren und zu vergrößern.

Die Ausstellung ist montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei, weitere Informationen finden Sie hier.

Der TV-Beitrag in der Mediathek der ARD:

Die inclusion AG wünscht allen Besucherinnen und Besuchern ein möglichst inklusives Erleben einer zeitgeschichtlich bedeutsamen Ausstellung, die vielleicht heute wichtiger ist als je zuvor.

Foto: Eindrücke von der neuen Dauerausstellung 2020 (© GHWK Berlin, Svea Hammerle)