Geschichte und Gegenwart barrierefrei erleben

Intervention durch Kunst

In Potsdam befindet sich das MINSK Kunsthaus, welches am 24. September 2022 eröffnet. Eingeweiht wurden die zukünftigen Ausstellungswände aber bereits im April dieses Jahres mit den Zeichnungen des rumänischen Künstlers Dan Perjovschi. Mit diesen arbeitet er, als spontane Reaktion auf seine Umgebung, bereits seit den 1990er Jahren. Damit schreibt er durch seine Intervention schon ein Jahr vor der Eröffnung das Programm in die Wände des MINSK. Zusätzlich werden durch die auf klare Linien reduzierten Skizzen unbequeme Fragen auf humorvolle und kritische Weise gestellt, während gleichzeitig Widersprüche aufgestellt werden. Im Kunsthaus MINSK bezieht er sich auf die konkrete Situation der dem öffentlichen Blick entzogenen Baustelle. Sichtbar werden die Zeichnungen aber trotz momentan nicht betretbarer Baustelle über den FUNK.

 

Vergangenheit trifft Gegenwart

Neben dem Werk von Perjovschi zeigt das Kunsthaus Kunst aus der ehemaligen DDR im Austausch mit zeitgenössischer Kunst und anderen Disziplinen, die ab Herbst 2022 wieder ausgestellt werden. Ausgangspunkt bildet ein Bestand an Werken von Künstler*innen aus der ehemaligen DDR, welcher über Jahre aufgebaut wurde. In der Eröffnungsausstellung werden zwei Künstler aus der Sammlung Hasso Plattner präsentiert, deren Ausstellungen den Blick auf die Natur und das Potsdamer Stadtbild lenken. Für die Arbeit des MINSK soll diese Art der Gegenüberstellung von Kunstwerken aus der Sammlung und zeitgenössischen Positionen charakteristisch sein.

 

Aus Gaststätte wird Kunsthaus

Das Gebäude, in dem man heute das MISNK Kunsthaus in Potsdam findet, war früher eine Gaststätte auf dem Brauhausberg. Dieses wurde 1990 geschlossen und daraufhin zusehend vernachlässigt. Um das Gebäude vor dem Abriss zu bewahren, setzten sich die Potsdamer*innen für die Rettung des Baus ein. Um es zu bewahren und es der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen, wurde es 2019 von der Hasso Plattner Foundation erworben. Damit soll das MINSK nicht mehr nur ein Ort der Erinnerungen, sondern auch ein Ort vieler neuer Erlebnisse sein und werden.

 

Geschichte barrierefrei erleben

Um die Geschichte nicht nur den Potsdamer*innen sondern allen, die daran interessiert sind, ohne Probleme näher bringen zu können, wurde im MINSK ein Blindenleitsystem verlegt. Dieses besteht aus schwarzen Elementen, die aus Noppen und Rippen Leitlinien und Aufmerksamkeitsfelder bilden. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Architekt*innen, die für das Projekt zuständig sind und waren, wurden die Noppen als Spezialanfertigung nicht rund, sondern viereckig gefertigt. Dadurch verlieren sie ihre Wirksamkeit als Orientierungshilfe für blinde und sehbehinderte Menschen nicht und passen sich gleichzeitig sehr gut an das Gesamtbild an. Auch die Auswahl von schwarzen Elementen war nicht zufällig, denn auf dem weißen Boden bilden sie einen guten Kontrast, was es einfacher macht dieses zu erkennen, Zusätzlich dazu sehen sie stylisch und zeitlos aus. Neben dem Blindenleitsystem befindet sich an der Eingangstür des MINSK, die aus Glas besteht, ein Schriftzug, der den Namen des Kunsthauses abbildet, Auch dieser hat einem stylischen einen nützlichen Aspekt, denn dadurch wird die Glastür für blinde und sehbehinderte Menschen besser sichtbar. Diese erhöhte Sichtbarkeit ist wichtig, weil Glastüren für Menschen, die nicht und nur wenig sehen können, meist nur schwer zu erkennen sind und somit eine Gefahrenstelle für diese darstellen. Durch Markierungen kann diese Gefahrenstelle verringert werden.

 

 

Quelle: https://dasminsk.de/de/