Beschlüsse zur Stärkung des Fußverkehrs

Die Verkehrsministerkonferenz der Bundesländer hat sich für Änderungen an Gesetzen, Vorschriften und Richtlinien “zur Erhöhung der Sicherheit und Attraktivität des Fußverkehrs” ausgesprochen. “Der Fußverkehr wird gestärkt und als gleichberechtigter Verkehrsmodus anerkannt”, heißt es im einstimmig beschlossenen Papier berichtet der FUSS e.V.

Die inclusion AG hofft, dass in diesem Zusammenhang auch die Belange von Fußgängern mit Seheinschränkung stärker berücksichtigt werden, denn momentan spielen Fußgänger im Verkehrsrecht nur eine Nebenrolle. Außerdem sollen die Sicherheitsaspekte im Fußverkehr stärker in den Fokus kommen. Es geht um freie, sichere und breite Wege, Tempolimits auf der Fahrbahn und den Fußgänger-Grünpfeil, der das Gehen auch bei Rot erlaubt.

„Sogenannte Aufmerksamkeitsfelder aus taktilen Bodenindikatoren zeigen z.B. Niveauwechsel wie Treppen oder Gefahrenstellen an und sind nicht nur für Menschen mit Sehproblemen wichtig, um Unfälle zu vermeiden“, sagt Markus Georg (unser Vorstandsvorsitzender).

Auch das Auffinden von gesicherten Querungssstellen wie z.B. Zebrastreifen oder Ampeln ist ohne taktile Auffindestreifen für Menschen mit fehlendem Sehvermögen fast unmöglich, vor allem in unbekannter Umgebung. Dabei können sowohl Aufmerksamkeitsfelder wie auch Auffindestreifen einfach im Bestand ohne großen Aufwand nachgerüstet werden. Die kontrastreichen und witterungsbeständigen Elemente werden einfach aufgeklebt

Gemeinsam mit dem FUSS e.V. hofft inclusion, dass diese positiven Änderungen zügig umgesetzt werden.

Das Papier der Verkehrsministerkonferenz ist Grundlage für eine Reform der Straßenverkehrsordnung und anderer Regeln, die nach der Bundestagswahl in Gang kommen sollen. FUSS e.V. begrüßt den Vorstoß. Es ist ein kleiner Schritt auf dem Papier, aus dem ein großer Schritt für die 80 Millionen Gehenden im Land werden kann. Nach hundert Jahren Benachteiligung geht es endlich in die richtige Richtung. Besonders ältere Menschen, Kinder und Behinderte brauchen freie Wege und sichere Kreuzungen, berichtet der FUSS e.V., der im August 2020 das Papier “Verkehrsrecht auf die Füße stellen, 66 Schritte zu fairen Regeln” publizierte.
Hiervon hat die Verkehrsministerkonferenz zwar vieles nicht oder nur abgeschwächt übernommen, aber jeder Fortschritt zählt.

Schon 2014, beim ersten Fußverkehrskongress in Wuppertal, ging es um mehr Sicherheit und eine stärkere Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Einschränkungen. Ausgestattet mit Simulationsbrille und Langstock konnten die Teilnehmenden für einen kurzen Moment erfahren, wie hilfreich taktile Leitsysteme bei der Orientierung sind.

 

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