20. September: Internationaler Weltkindertag

Wann wird der Weltkindertag gefeiert?

Am 20. September wird in Deutschland der Kindertag gefeiert. Auch über 145 andere Staaten feiern den Kindertag, aber an verschiedenen Daten. In über 40 Staaten findet er am 01. Juni statt, die vereinten Nationen feiern ihn am 20. November als Internationalen Tag der Kinderrechte. Die unterschiedlichen Termine sind zurückzuführen auf den Internationalen Kindertag, der 1948 von den Mitgliedsstaaten der Sowjetunion ins Leben gerufen wurde und den Weltkindertag, der 1954 von der UN ins Leben gerufen wurde.

 

Warum wird der Weltkindertag gefeiert?

Zwar unterscheidet sich das Datum, der Grund für diesen Tag ist aber derselbe: Aufmerksamkeit für die besonderen Bedürfnisse, speziell die Rechte, der Kinder. Dabei sollen die Rechte von Kindern und Jugendlichen gestärkt werden um die Weichen für eine zukunftsfähige und kinderfreundlichere Welt zu stellen.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es uns wichtig, dass Kinder schon früh mit den Punkten Inklusion und Barrierefreiheit in Berührung kommen. Aus diesem Grund haben wir uns bereits für die Barrierefreiheit in Schulen stark gemacht, woraufhin nun vermehrt Kindergärten und Kitas folgen. Diese stellen sich auf die Unterstützung und Förderung der Kinder in all ihrer Verschiedenheit ein, wobei das Herstellen einer barrierefreien Umgebung eine wichtige Grundlage bildet. Im besten Fall ist diese von Anfang an vorhanden, damit kein Kind systematisch ausgegrenzt wird.

 

Kita Mamre als Paradebeispiel einer inklusiven Kita

In Halle wurde am 01. Dezember 2021 die inklusive Kita Mamre eröffnet, die ein Ort der Begegnungen, Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit sein soll. Einer dieser Punkte gilt als Namensgeber für die Kita, denn Mamre bedeutet Gastfreundlichkeit. Der Aspekt der Gastfreundschaft beschränkt sich aber nicht nur auf andere Religionen und Kulturen, sondern auch auf Inklusion. So erklärt die Leiterin der Kita Nadine Büscher, dass jedes Kind individuell ist und so wie es ist, gut und richtig ist. Aus diesem Grund will die Kita ein Umfeld schaffen, in denen die Kinder die Welt entdecken können und sie gleichzeitig gefördert und gefordert werden.

Mit dem Ziel einer inklusiven Kita, die einladend und nicht ausgrenzend ist, entfernt sich die Kita von der Integration. Stattdessen strebt die Einrichtung mit einer eigenen, guten räumlichen, personellen, und konzeptionellen Art die bestmögliche Inklusion an. Damit soll sie Eltern und Kindern eine Brücke zur gesellschaftlichen Teilhabe ermöglichen.

Quelle: www.westfalen-blatt.de

Ein wichtiger Aspekt, um Inklusion zu ermöglichen, ist ein Leitsystem. In der Kita Mamre besteht dieses aus schwarzen Rippen und Noppen, die stylisch aussehen und gleichzeitig einen guten Kontrast auf dem hellen Boden darstellen. Durch diesen Kontrast und die Möglichkeit, das System taktil zu erfassen, ist es für blinde und sehbehinderte Kinder, aber auch Eltern, Besucher*innen und Mitarbeiter*innen, die an einer Sehkrankheit leiden, bringt es einen doppelten Vorteil.

 

Vorteile unseres Systems

Wenn auch Sie etwas zur Barrierefreiheit und somit zu einer zukunftsfähigen, kinderfreundlicheren und vor allem inklusiveren Welt beitragen wollen, kontaktieren Sie uns gerne. Unser System kann nachträglich, schnell,  einfach und kostengünstig verlegt werden. Durch die freie Farbwahl können unsere Elemente einem vorhandenen Farbkonzept angepasst werden, womit ein guter Kontrast erreicht und eine ästhetische Einbindung in das Objekt ermöglicht wird. Die Komponenten haften auf nahezu jedem Untergrund gleich gut (Teppich, PVC, Stein etc.), sowohl in Gebäuden als auch im Außenbereich. Letztlich profitieren alle Nutzer*innen von unserem Leitsystem, das auch einen wichtigen Beitrag zur Sturzprävention und Unfallverhütung leistet.

Blindenleitsystem für die Deutsche Rentenversicherung

Zu der Deutschen Rentenversicherung gehört die Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg, ein Regionalträger für die Bundesländer Berlin und Brandenburg.

Im Rahmen des überstaatlichen Rechts der Europäischen Gemeinschaft sowie des deutsch-polnischen Sozialversicherungsabkommens vom 09. Oktober 1975 ist die Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg die Verbindungsstelle für Polen. Als diese ist sie zuständig für Personen, die neben deutschen auch polnische Versicherungszeiten haben. Damit betreuen etwa 2.500 Mitarbeitende ca. 800.000 Renter*innen und 2,3 Millionen Versicherte.

Da im Alter die Sehkraft teilweise sehr stark abnehmen kann, ist es besonders für Renter*innen, die blind oder sehbehindert sind, wichtig, sich vor Ort gut orientieren zu können. Aus diesem Grund haben wir in am Standort Berlin ein Blindenleitsystem verlegt. Dieses besteht aus Leitlinien aus Rippen und Aufmerksamkeitsfeldern aus Noppen, die taktil erfassbar sind. Davon profitieren nicht nur die Rentner*innen, sondern alle Menschen, die an einer Sehkrankheit leiden oder blind sind.

 

Quelle.

Historisches Museum Frankfurt wird barrierefrei

Als ältestes Museum der Stadt sammelt, bewahrt, erforscht und vermittelt das historische Museum Frankfurt das kulturelle Erbe der Stadt. Damit ist das Museum ein Ort der Wissensvermittlung, kritischer Informationen, der Reflexion und Diskussion über die Frankfurter Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Eine zentrale Rolle dabei spielen die Punkte Multiperspektivität, Diversität und Vielfalt, die sich in Sammlungen, Ausstellungen und den Vermittlungen wiederfinden. Durch die partizipatorische und inklusive Arbeit des Museums lädt es alle in der Stadt lebenden Menschen an der Teilhabe und Mitgestaltung des Museums ein. Dabei wird Barrierefreiheit groß geschrieben, indem innerhalb der Ausstellung beispielsweise eine Beschilderung in prägnanter Schrift und Farbe als Orientierungshilfe dient und die Räume kontrastreich gestaltet sind. Weiterführend sind die Medienstationen für Menschen mit einer Sehbehinderung mit zwei übereinanderliegenden Lautsprechern ausgestattet und durch tastbare Buttons bzw. eine linsenförmige Ausfräsung in der Oberfläche des Touchscreens sowie durch eine erläuternde Ansage an den Audiostationen zugänglich.

Auch wir haben auch unter dem Aspekt der Inklusion das Museum mitgestaltet. So wurde, damit die Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen nicht erst in der Ausstellung beginnt, am Fuß der Freitreppe unterhalb des Museumsplatzes ein Tastmodell verlegt. Diese erste Orientierung durch den Gebäudekomplex ist ein auf dem Boden eingebundenes Blindenleitsystem, das bis zur Museumskasse führt. Weiter geht es im Inneren mit einem taktilen Leitsystem aus Noppen und Rippen am Boden, wodurch die eigenständige Bewegung durch die Ausstellungsräume möglich wird. Ergänzt wird das System durch taktile Stockwerkspläne, die zu den Objekten führen.

Weiterführende Informationen zu den Maßnahmen für blinde und sehbehinderte Museumsbesucher*innen finden Sie hier.

 

Geschichte und Gegenwart barrierefrei erleben

Intervention durch Kunst

In Potsdam befindet sich das MINSK Kunsthaus, welches am 24. September 2022 eröffnet. Eingeweiht wurden die zukünftigen Ausstellungswände aber bereits im April dieses Jahres mit den Zeichnungen des rumänischen Künstlers Dan Perjovschi. Mit diesen arbeitet er, als spontane Reaktion auf seine Umgebung, bereits seit den 1990er Jahren. Damit schreibt er durch seine Intervention schon ein Jahr vor der Eröffnung das Programm in die Wände des MINSK. Zusätzlich werden durch die auf klare Linien reduzierten Skizzen unbequeme Fragen auf humorvolle und kritische Weise gestellt, während gleichzeitig Widersprüche aufgestellt werden. Im Kunsthaus MINSK bezieht er sich auf die konkrete Situation der dem öffentlichen Blick entzogenen Baustelle. Sichtbar werden die Zeichnungen aber trotz momentan nicht betretbarer Baustelle über den FUNK.

 

Vergangenheit trifft Gegenwart

Neben dem Werk von Perjovschi zeigt das Kunsthaus Kunst aus der ehemaligen DDR im Austausch mit zeitgenössischer Kunst und anderen Disziplinen, die ab Herbst 2022 wieder ausgestellt werden. Ausgangspunkt bildet ein Bestand an Werken von Künstler*innen aus der ehemaligen DDR, welcher über Jahre aufgebaut wurde. In der Eröffnungsausstellung werden zwei Künstler aus der Sammlung Hasso Plattner präsentiert, deren Ausstellungen den Blick auf die Natur und das Potsdamer Stadtbild lenken. Für die Arbeit des MINSK soll diese Art der Gegenüberstellung von Kunstwerken aus der Sammlung und zeitgenössischen Positionen charakteristisch sein.

 

Aus Gaststätte wird Kunsthaus

Das Gebäude, in dem man heute das MISNK Kunsthaus in Potsdam findet, war früher eine Gaststätte auf dem Brauhausberg. Dieses wurde 1990 geschlossen und daraufhin zusehend vernachlässigt. Um das Gebäude vor dem Abriss zu bewahren, setzten sich die Potsdamer*innen für die Rettung des Baus ein. Um es zu bewahren und es der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen, wurde es 2019 von der Hasso Plattner Foundation erworben. Damit soll das MINSK nicht mehr nur ein Ort der Erinnerungen, sondern auch ein Ort vieler neuer Erlebnisse sein und werden.

 

Geschichte barrierefrei erleben

Um die Geschichte nicht nur den Potsdamer*innen sondern allen, die daran interessiert sind, ohne Probleme näher bringen zu können, wurde im MINSK ein Blindenleitsystem verlegt. Dieses besteht aus schwarzen Elementen, die aus Noppen und Rippen Leitlinien und Aufmerksamkeitsfelder bilden. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Architekt*innen, die für das Projekt zuständig sind und waren, wurden die Noppen als Spezialanfertigung nicht rund, sondern viereckig gefertigt. Dadurch verlieren sie ihre Wirksamkeit als Orientierungshilfe für blinde und sehbehinderte Menschen nicht und passen sich gleichzeitig sehr gut an das Gesamtbild an. Auch die Auswahl von schwarzen Elementen war nicht zufällig, denn auf dem weißen Boden bilden sie einen guten Kontrast, was es einfacher macht dieses zu erkennen, Zusätzlich dazu sehen sie stylisch und zeitlos aus. Neben dem Blindenleitsystem befindet sich an der Eingangstür des MINSK, die aus Glas besteht, ein Schriftzug, der den Namen des Kunsthauses abbildet, Auch dieser hat einem stylischen einen nützlichen Aspekt, denn dadurch wird die Glastür für blinde und sehbehinderte Menschen besser sichtbar. Diese erhöhte Sichtbarkeit ist wichtig, weil Glastüren für Menschen, die nicht und nur wenig sehen können, meist nur schwer zu erkennen sind und somit eine Gefahrenstelle für diese darstellen. Durch Markierungen kann diese Gefahrenstelle verringert werden.

 

 

Quelle: https://dasminsk.de/de/

Benrather Schulen werden neu und barrierefrei

In Benrath teilen sich die katholische Schule St. Cäcilia und die Gemeinschaftsschule Schloss Benrath das Gebäude, das für rund 19 Millionen Euro erweitert und umgebaut wurde. Grund für die Erweiterung ist die Entstehung vieler neuer Wohnviertel, weshalb neben neuem Wohnraum auch Kitas und Schulen ausgebaut werden müssen.

Bisher haben sich die beiden oben genannten Schulen ein denkmalgeschütztes Gebäude und eine Turnhalle geteilt, beides stammt aus den 1930er Jahren. Durch den Sanierungsbedarf des Gebäudes und der Technik, entschieden die Verwaltungen einen kompletten Umbau, eine Modernisierung und für den restlichen Raumbedarf eine Erweiterung, der durch einen ca. 2150 m² großen Neubau realisiert wurde.

Dieser dient nicht nur der Erweiterung der alten Gebäudeensemble und der räumlichen Trennung der beiden Grundschulen von der direkt nebenan liegenden Hauptschule, sondern auch der Vergrößerung der Klassenräume.

Nach Fertigstellung des Umbaus ist der gesamte Standort barrierefrei, womit künftig alle Geschosse des Neubaus und des Bestandgebäudes über Aufzüge barrierefrei erreicht werden. Zusätzlich wird durch das von uns verlegte Blindenleitsystem die Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen vereinfacht. Dieses besteht aus Leitlinien aus Rippen und Aufmerksamkeitsfeldern aus Noppen. Besonders groß sind die Aufmerksamkeitsfelder vor den Treppen. Damit wird sehenden und nicht sehenden signalisiert, dass sie sich vor einer Gefahrenstelle befinden. Somit wird das Risiko für Treppenstürze verhindert, das auch bei sehenden Menschen hoch ist, wenn beispielsweise die erste Stufe einer Treppe übersehen wird.

Für das kommende sowie viele weitere Schuljahre sind die Schulen in Benrath also bestens ausgestattet, um inklusiv zu arbeiten.

 

 

Quelle.

Ergänzung Kölnisches Stadtmuseum

Bereits im Februar haben wir darüber berichtet, dass das Kölnische Stadtmuseum in das ehemalige Modehaus Franz Sauer zieht. Hier geht es zum Nachlesen. 
Neben dem von uns dort verlegten taktilen Leitsystem im Innenbereich wurde auch im Außenbereich des Museums ein Leitsystem verlegt. Somit beginnt die Barrierefreiheit nicht erst im Gebäude, sondern bereits außerhalb. Dafür wurden Noppen mit rutschhemmender Oberfläche verlegt, die dafür sorgen, dass diese auch bei Feuchtigkeit keine Rutschgefahr darstellen. Zusätzlich wurden Handlaufmarkierungen an den Treppengeländern angebracht, wodurch taktil verdeutlich wird, in welchem Stockwerk des Gebäudes man sich befindet. Ebenfalls taktile Beschilderungen findet man an den Türen zu den Toiletten. Diese stellen visuell und taktil das jeweilige Geschlecht dar.
Damit ist das Museum eine gute Anlaufstelle für jede*n, der oder die sich für die Geschichte Kölns interessiert, darunter blinde und sehbehinderte Menschen, die dank unserer Markierungen, Aufmerksamkeitsfelder und Leitstreifen sehr gut in und durch das Museum geleitet werden.

 

 

Neues barrierefreies Justizzentrum in Bad Kreuznach

In Bad-Kreuznach wurden rund 30 Mio. Euro dafür investiert, dass die bisher auf mehrere Gebäude verteilten Gerichte, die Staatsanwaltschaft und die Bewährungshilfe in einen Neubau im Gewerbepark General Rose zusammengeführt werden. Die Zielsetzung der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) lag darin, ein zeitgemäßes Gebäude für die Rechtsausübung zu erreichten und gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter*innen zu schaffen.

Nach mehr als drei Jahren Bauzeit wurde das neue Justizzentrum am 25. September 2017 eröffnet. Zur Berücksichtigung der Bedürfnisse der Prozessbeteiligten und Besucher*innen wurden im Erdgeschoss des fast quadratischen, rund 55 Meter langen Komplexes sowie in Teilen des 1. OG die öffentliche Räume angeordnet. Der rund 145 m² Raumfläche fassende Schwurgerichtssaal befindet sich mit drei je 80 m² großen und vier je 40 m² großen Gerichtssälen im EG. Sechs weitere Gerichtssäle mit ebenfalls je 40 m² befinden sich im 1. OG. Als Wartezonen für Besucher*innen wurden vor den Verhandlungssälen breite Flure angelegt.

Um auf diesen breiten Fluren auf dem Weg zu den jeweiligen Gerichtssälen nicht die Orientierung zu verlieren, haben wir im Justizzentrum ein Blindenleitsystem verlegt. Dieses besteht aus Messing-Elementen, die auf dem dunklen Boden einen guten Kontrast herstellen. Außerdem wird durch große Aufmerksamkeitsfelder vor den Treppen auf eine Gefahrenstelle, auch für sehende Menschen, hingewiesen und das Risiko von Treppenstürzen verringert.

 

 

Quelle

Blindenleitsystem für den Bahnhof Bünde

In Bünde, einer rund 20km von Bielefeld entfernten Mittelstadt, entsteht ein neuer Bahnhof. Dafür hat sich die Stadt Bünde in einem offenen Architekt*innenwettbewerb auf die Suche nach neuen Planer*innen gemacht. Von 127 eingegangen Vorschlägen kamen 15 in die engere Wahl, die ersten vier wurden prämiert.

Bei der Neugestaltung werden vor allem die links und rechts vom Eingang gelegenen Gebäudeteile saniert, das Gebäude selber bleibt in seiner markanten Form zu einem großen Teilen erhalten. In der Mitte soll eine Passage entstehen, die als Haupteingang und Durchgang zu den Bahngleisen dient. Diese soll geschmückt werden von drei Geschäften, zu denen eine Bäckerei mit einer Terrasse, eine Buchhandlung und ein Reisezentrum der Deutschen Bahn zählt.

Zur optimalen Orientierung wurde ein Blindenleitsystem mit unseren Produkten verlegt. Dieses besteht aus schwarzen Rippen und Noppen, die sich gut an das Design des neuen Bahnhofs anpassen. Die somit praktischen und stylischen Elementen helfen blinden oder sehbehinderten Menschen dabei, den Weg zu den Geschäften oder zu den Gleisen zu finden und sich alleine in dem Gebäude zu orientieren.

 

 

 

Quelle.

06.06.: Sehbehindertentag

Ich sehe so wie du nicht siehst. So lautet das Motto des Sehbehindertentag, ausgerufen vom DBSV, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. Dieser Aktionstag, der seit 1998 jährlich am 06. Juni stattfindet, soll auf die Situation und die Belange von Menschen mit Sehbehinderung aufmerksam machen.
In Hamburg findet diesbezüglich am Pfingstsonntag ein Sehbehindertengottesdienst in der Hauptkirche St. Jacobi statt. Die Lesung wird von der Diakonin der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge Dagmar Holtmann in Brailleschrift gehalten und greift auch inhaltlich das Thema Sehbehinderung auf. So wird beispielsweise die Apostelgeschichte 9 aufgegriffen, in der der Apostel Paulus durch ein helles Licht geblendet und später bekehrt wird.

Neben dem DBSV engagieren sich die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), der Dachverband der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge (DeBeSS) und das Deutsche Katholische Blindenwerk (DKBW) mit Gottesdiensten, Informationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Veranstaltungen in Kindergärten und Pflegeheimen und Aktionen von Kirchengemeinden, kirchlichen Gruppen und der Selbsthilfe zum Sehbehinderung, Mitarbeit sehbehinderter Menschen in der Kirche und der Barrierefreiheit von Gemeinden an dem Sehbehindertentag, der dieses Jahr unter dem Motto Sehbehindertensonntag steht.

Auch wir setzen uns durch die von uns verlegten Blindenleitsysteme für die Belange von Menschen mit Sehbehinderung ein und finden es wichtig, auf diese aufmerksam zu machen.

 

Quellen: bsvh.org & wikipedia.org

 

01.06.: Internationaler Kindertag

Neben Mutter- und Vatertag, die im Mai gefeiert werden, wird im Juni der Internationale Kindertag gefeiert. Am 20. September folgt dann der Weltkindertag.

Warum gibt es zwei Termine? Der Internationale Kindertag wurde 1948 von den Mitgliedsstaaten der Sowjetunion ins Leben gerufen, während der Weltkindertag 1954 von der UN ins Leben gerufen wurde. Der ältere der beiden Feiertage wird vor allem in östlichen Ländern gefeiert, in westlichen Ländern ist der Weltkindertag bekannter. Durch die jahrzehnte lange Spaltung Deutschlands in BRD und DDR sind hier beide Feiertage bekannt. Weil in der DDR der Internationale Kindertag gefeiert wurde und in der BRD der Weltkindertag wird auch nach der Wiedervereinigung in den östlichen Bundesländern eher der 01. Juni gefeiert, während in den westlichen eher der 20. September gefeiert wird.

Warum wird gefeiert? Neben Freundschaften zwischen Kindern stehen an diesem Tag die Rechte und Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund. Nach unserer Auffassung spielen hier Inklusion und Barrierefreiheit eine große Rolle.

Warum inclusion? Für die Barrierefreiheit in Schulen haben wir uns bereits stark gemacht, weshalb wir uns mit einer neuen Broschüre dem Thema Kindertagesstätten und Kindergärten widmen, denn Kitas und Kindergärten stellen sich darauf ein, Kinder in all ihrer Verschiedenheit zu unterstützen und zu fördern. Eine wichtige Grundlage dabei ist das Herstellen einer barrierefreien Umgebung. Für Eltern und Kinder ist es wichtig, dass diese barrierefreie Umgebung frühzeitig vorhanden ist – im besten Fall von Anfang an, damit es nicht die Einschränkungen eines Kindes sind, die im Vordergrund stehen. Außerdem haben Eltern die Gewissheit, dass ihr Kind auch dann unterstützt wird, wenn eine Einschränkung plötzlich auftritt, beispielsweise als Folge eines Unfalls.

 

 

Für die Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindergartenbetreuung, mit dem Schwerpunkt auf einer qualitativ hochwertigen, ganztägigen Betreuung, gibt es seit Januar 2019 das Gute-Kita-Gesetz. Unter anderem zählen die Ausstattungsinvestitionen, die der gesundheitlichen Versorgung, Maßnahmen der Inklusion sowie der Förderung der sprachlichen Bildung dienen, zu den Förderzielen. Kindergerechte Räume, die allen Kindern gerecht werden, und Außenflächen sowie eine vielfältige pädagogische Arbeit zählen zu den Handlungsfeldern, die bezüglich der Barrierefreiheit und Inklusion besondere Relevanz besitzen. Außerdem sind die Handlungsfelder gesundes Aufwachsen, betrifft neben der gesunden Ernährung und Gesundheitsausbildung auch die Bewegungsförderung, und sprachliche Bildung zu berücksichtigen.

Auch für Eltern mit Behinderung muss ein barrierefreier Zugang möglich sein.

Über Fördermöglichkeiten und die einfache Umsetzung informieren wir in der beiliegenden Broschüre: Flyer Kita

 

Quelle

 

04. Mai: Florianitag

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Am 04. Mai wird in großen Teilen Österreichs der Florianitag gefeiert, vor allem zur Feier von Feuerwehreinrichtungen.

 

Geschichte

Bereits zu den Anfängen der Feuerwehr wurde der Florianitag begangen, im größeren Rahmen zelebriert wird er aber erst seit dem Zweiten Weltkrieg. Der 04. Mai dient als Namenstag und zugleich als nicht gebotener Gedenktag in der katholischen Kirche. Er dient zu Ehren des Schutzpatrons Florian von Lorch, ein römischer Beamter. Er lebte zur Zeit des Altertums im heutigen Lorch, das früher römische besetzte Lauriacum.

Damals war es verboten zum christlichen Glauben überzutreten. Florian tat dies trotzdem und weigerte sich fortan römischen Gottheiten Opfergaben darzubieten, was von den römischen Staatsbeamten nicht toleriert worden ist. Aus diesem Grund wurde Florian vom Dienst suspendiert und in die Verbannung geschickt. Kurz darauf erfuhr er, dass einer christlichen Glaubensgruppe in seinem ehemaligen Wohnort der Prozess gemacht wurde, woraufhin er trotz seiner Verbannung zu der Verhandlung gereist ist um seine Glaubensbrüder zu unterstützen.

Sein Handeln führte zur Verhaftung und dazu, dass er mit den anderen Christen zu Tode verurteilt wurde. Am 04. Mai 304 erfolgte die Vollstreckung des Urteils, der heutige Patron St. Florian wurde ertränkt. Heute ist der einstige Märtyrer Schutzpatron der Feuerwehr und weiteren Berufsgruppen wie den Bäckern, Bierbauern und Gärtnern.

Heute wird der Florianitag zu Ehren von St. Florian von österreichischen Feuerwehren zur öffentlichen Präsentation der jeweiligen Brandwache zelebriert.

 

Verbindung zu Inclusion

Feuerwehren sind dafür da Brände zu löschen und Menschen bei der Entfluchtung zu helfen. Diese ist gerade bei Bränden ein wichtiges Thema. Wir wollen daran erinnern, dass Menschen mit Einschränkungen eine barrierefreie Selbstrettung im Brandfall verwehrt wird. Es ist nicht zumutbar, dass Menschen mit Einschränkungen in „brandgesicherten Bereichen“ für den Zwischenaufenthalt auf Rettung warten müssen und ihnen der erste Fluchtweg entzogen wird. Als Fachbetrieb für Barrierefreiheit haben wir das Ziel die Barrierefreiheit nachträglich und kostengünstig im Bestand oder bei Neubauten zu verbessern. Unsere Schwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Sehen, Kontraste,  Orientierung, Mobilität, Leitsysteme, Taktilität, Treppensicherheit, Sturzprävention, Unfallverhütung und Entfluchtung. 

 

Seheinschränkungen in Deutschland 

Leider wird die Häufigkeit von Seheinschränkungen in Deutschland oft unterschätzt.
Hierzu gibt es nun die Gutenberg-Gesundheitsstudie bei der nun Daten zur Häufigkeit der drei größten Augenerkrankungen vorliegen: Altersabhängige Makula-Degeneration, Glaukom (Grüner Star) und Diabetische Retinopathie.
Es sind die ersten Zahlen, die sich auf eine groß angelegte und in Deutschland durchgeführte Untersuchung einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe stützen können.

In Deutschland beträgt demnach bezogen auf die Gesamtbevölkerung der

– Anteil der Menschen mit altersabhängiger Makula-Degeneration (Spätstadien) 0,58 Prozent (also ca. 480.000 Betroffene)

– Anteil der Menschen mit altersabhängiger Makula-Degeneration (Frühstadien) 8,38 Prozent (also ca. 6.938.000 Betroffene)

– Anteil der Menschen mit Glaukom 1,11 Prozent (also 919.000 Betroffene)

– Anteil der Menschen mit Diabetischer Retinopathie 1,53 Prozent (also 1.267.000 Betroffene)

(21,7 Prozent der Personen mit bekanntem Diabetes in Deutschland)

Nach einer Umfrage unter 596 Einrichtungen mit Menschen mit Behinderung hat es in über 20% von ihnen schon mindestens einmal gebrannt. Der Handlungsbedarf an barrierefreien Brandschutzkonzepten unterstützt alle Betroffenen in Notsituationen. So helfen Sie z.B. auch Senioren und Kindern bei der Orientierung. 

 

Quelle.

Barrierefreiheit im Nahverkehr

Schnelle und konsequenten Mobilitätswende

Das ist die Forderung eines Bündnis aus Umwelt- und Sozialorganisationen. Diese Handlungsempfehlung präsentierte ein Zusammenschluss aus dem Naturschutzbund Nabu, mehreren Gewerkschaften und dem Sozialverband VDK kurz vor der Verkehrsministerkonferenz. Vor allem pocht das Bündnis auf dem Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), womit auch soziale Dimensionen stärker als bislang mitgedacht werden sollen.

Verena Bentele, die VdK-Präsidentin, die selbst sehbehindert ist, fordert zusätzlich einen stärkeren Fokus auf Barrierefreiheit. Stefan Körzell, ein DGB-Vorstandsmitglied, machte deutlich, dass es für die rund 20 Millionen Arbeitnehmer*innen, die täglich einen längeren Arbeitsweg zu bewältigen haben, wichtig sei, ein flächendeckendes ÖPNV-Angebot zu schaffen.

 

48 Millionen Euro für Barrierefreiheit im Nahverkehr

Passend zu den Forderungen des barrierefreien Zugangs zu Bussen und Bahnen gibt Brandenburg seit 2017 bis Ende dieses Jahres insgesamt 48 Millionen Euro aus. Damit kommt das Land seiner gesetzlichen Verpflichtung nach, bis 2022 die vollständige Barrierefreiheit im kommunalen Personennahverkehr herzustellen, wie das Verkehrsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion mitteilte.

Weiterführend erläutert das Ministerium aber, dass die gesetzliche Verpflichtung nicht bedeutet, dass der Zugang zu Bussen und Bahnen bis Anfang 2022 hätte vollständig barrierefrei sein müssen. Die Landkreise und kreisfreien Städte müssen als Zuständige für den Nahverkehr vielmehr erläutern, wie sie Barrierefreiheit erreichen wollen. Außerdem können die Kommunen in begründeten Einzelfällen von der gesetzlichen Verpflichtung befreit werden.

Die kommunalen Aufgabenträger erhalten, unabhängig von den Mitteln für die Barrierefreiheit, pro Jahr 85 Millionen Euro für den öffentlichen Personennahverkehr vom Land. Dabei können die Kommunen frei über die Verwendung der Gelder entscheiden.

 

Quellen:

Forderung des sozialen Fokus bei Mobilitätswende.

48 Millionen für Barrierefreiheit

Bahnhof Siegen wird barrierefrei

Nachdem wir uns bereits für die Barrierefreiheit in der Uni Siegen eingesetzt haben, wurde auch der Bahnhof in Siegen barrierefrei. Auf den Gleisen 1, 2, 3, 4, 54 und 55 gibt es einen stufenfreien Zugang, eine Bahnsteighöhe von >= 55 cm, einen Zuganzeiger, eine Lautsprecheranlage, einen taktilen Weg zum Bahnsteig, ein taktiles Leitsystem auf dem Bahnsteig, Treppenstufenmarkierungen und eine kontrastreiche Wegleitung.

Der stufenfreie Zugang ist besonders für Menschen wichtig, die im Rollstuhl sitzen. Zusätzlich dazu ist dieser aber auch von Vorteil für Mütter, Väter oder Großeltern mit einem Kinderwagen oder Menschen mit einem Rollator. Die Bahnsteighöhe gleich oder höher als 55 cm gewährt den barrierefreien Zugang zu den Bahnen. So können Menschen im Rollstuhl, mit Kinderwagen oder mit einem Rollator ohne großen Aufwand die Bahn betreten. Wäre der Bahnsteig ebenerdig, wäre beispielsweise eine Rampe erforderlich, damit die Stufen überwunden werden können. Zuganzeiger und eine Lautsprecheranlage sind besonders für Menschen wichtig, die blind sind oder einer Sehbehinderung leiden, denn es reicht nicht aus, ein taktiles Leitsystem auf dem Bahnsteig zu verlegen. Ein taktiles Leitsystem ist zwar sehr wichtig für blinde oder sehbehinderte Menschen, damit sich diese orientieren können, zum richtigen Gleis finden und vor Stürzen bewahrt werden, bringt aber wenig, wenn Ansagen fehlen. Nur durch die Lautsprecheranlagen können nicht sehende Menschen sicher gehen, dass sie am richtigen Gleis stehen, auf den richtigen Zug warten oder durch Verspätungen o.ä. auf ausweichende Züge ausweichen müssen. Um das Risiko von Treppenstürzen zu verhindern, wurden die Treppen mit Treppenstufenmarkierungen ausgestattet. Auch hier liegen die Vorteile klar auf der Hand, denn diese sind ebenfalls nicht nur für blinde oder sehbehinderte Menschen sinnvoll. Treppenstufenmarkierungen verringern auch bei Menschen mit normalem Sehvermögen das Risiko eines Sturzes, indem durch kleine Rillen ein zusätzlicher Halt gegeben wird. Gerade an regnerischen Tagen, an denen die Sohlen der Schuhe nass sind, kann es häufig dazu kommen, dass man über die Treppenstufen stürzt. Durch Treppenstufenmarkierungen wird dieses Risiko verringert.

Das taktile Leitsystem besteht aus unterschiedlich großen Aufmerksamkeitsfeldern aus schwarzen Noppen und Leitlinien aus schwarzen Rippen. Durch die dunkle Farbe der Elemente auf dem hellen Boden entsteht ein guter Kontrast, der blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung zusätzlich erleichtert.

Barrierefrei studieren

Am vergangenen Montag, den 04.04.2022 hat an den Universitäten die Vorlesungszeit des Sommersemesters angefangen. Auch an der Universität Siegen startete nach vier Semestern, die entweder komplett online oder in einem Hybrid-System gehalten wurden, erstmals nach dem Start der Corona-Pandemie wieder die Lehre in Präsenz.

Für viele der 18.000 Studierenden ist es das erste Mal, dass sie nach zwei Jahren die Uni von innen und damit ihre Kommiliton*innen, Dozent*innen und Profesor*innen live sehen. Neben der Vorfreude darüber, endlich (wieder) in die Uni gehen zu können und damit einen Teil Normalität im Studierendenleben zu erhalten, zieht die Präsenz-Lehre aber auch Probleme mit sich, die es vorher nicht gab. An einer großen Uni wie Siegen, mit 5 Fakultäten, die nicht alle am gleichen Campus liegen, kann es gerade für Studierende, die bisher noch nie in der Uni waren, schwierig sein sich zu orientieren. Ist das richtige Gebäude gefunden, muss zusätzlich der passende Raum gefunden werden, was beim ersten Mal in der Uni schwierig sein kann. Besonders für blinde und/oder sehbehinderte Studierende, aber auch blinde und/oder sehbehinderte Dozierende, Besuchende, Angestellte etc. stellt diese Aufgabe eine große Schwierigkeit dar.

Um den Betroffenen diese Schwierigkeit zu nehmen und die Orientierung in den Gebäuden zu erleichtern, haben wir in der Uni ein Blindenleitsystem verlegt. Dieses besteht aus Leitlinien aus Rippen und Aufmerksamkeitsfeldern aus Noppen-Platten. Die Farben wurden an das bereits vorhandene Farbkonzept angepasst, womit das System nicht nur nützlich ist, sondern auch stylisch aussieht. Zusätzlich zu dem auf dem Boden verlegten System wurden an den Glastüren Markierungen angebracht. Diese hängen auf verschiedenen Höhen und sorgen dafür, dass auch blinde und sehbehinderte Menschen die Türen erkennen, denn Glas ist für diese Menschen quasi unsichtbar. Als letztes wurden die Treppen mit Stufenmarkierungen ausgestattet. Das kommt nicht nur blinden und sehbehinderten Menschen zugute, sondern auch Menschen, die nicht an einer Sehkrankheit erkrankt sind. Der Grund: Stufenkantenmarkierungen verringern das Sturzrisiko, indem durch die enthaltenen Rillen zusätzlicher Halt gegeben wird. Weitere Informationen zu Treppenstürzen und deren Prävention finden Sie hier.

 

 

Blindenleitsystem für die Kulturhalle Weisenau

Seit 2019 wird in Mainz-Weisenau das Kulturzentrum neugebaut. Um den Neubau realisieren zu können musste das teilunterkellerte Bestandsgebäude aus den fünfziger Jahren vollständig zurückgebaut werden. Der offizielle Startschuss fiel am 16. Juli 2019 durch die Übergabe eines Förderbescheids durch Innenminister Roger Lewentz an Oberbürgermeister Michael Ebling.

Zunächst waren 2,8 Mio. Euro für die Sanierung der Halle angesetzt, durch die sehr marode Bausubstanz und damit einhergehenden Erneuerungen mussten die Kosten auf rund 5,5 Mio. Euro festgeschrieben werden, wie Lewentz erklärt. Außerdem stellt er klar, dass das Land die Kulturhalle Weisenau mit einem Förderbescheid von 3,92 Mio. Euro unterstützt, da die Förderung der neuen Gesamtbaukosten im Rahmen der Gesamtzuweisung ausgeweitet wird.

Durch den Kauf des Nachbargrundstücks wurde eine Erweiterung möglich, die ohne den Kauf nicht möglich gewesen wäre. Außerdem wurde so eine vernünftige Andienung zu den Nachbar*innen ermöglicht. Künftig verfügt das Gebäude über ein größeres Foyer, einen großen Saal, der geteilt und separat genutzt werden kann und einen zusätzlichen Mehrzweckraum.

Die Barrierefreiheit wird sichergestellt durch den Einbau eines neuen Treppenhauses, einen Aufzug und die Verlagerung der WC-Anlagen. Außerdem haben wir ein Blindenleitsystem verlegt, welches blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung erleichtert. Dazu wurden schwarze Elemente verwendet, die auf dem weißen Boden einen schönen Kontrast darstellen und gleichzeitig stylisch aussehen.

Quelle.

Selbstbestimmte Sexualität und Familienplanung von Frauen mit Behinderung

Forderung eines inklusiven Gesundheitswesens zum Internationalen Frauentag

Zum Internationalen Frauentag am 08. März fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte ein inklusives Gesundheitswesen. Dieses soll es Mädchen und Frauen mit Behinderung ermöglichen selbst über ihren Körper, ihre Sexualität und ihre Familienplanung bestimmen zu können.

Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland rund fünf Millionen Frauen mit Behinderung in Privathaushalten und etwa 80.000 in stationären Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe, was etwa 12% der weiblichen Bevölkerung entspricht. Zwar fehlen genaue Zahlen zu Elternschaft, Verhütung, Sterilisation und Abtreibung, trotzdem machen Frauen mit Behinderung in diesen Bereichen häufig Diskriminierungserfahrungen.

 

Diskriminierung von Mädchen und Frauen mit Behinderung

“Die UN-Behindertenrechtskonvention garantiert die sexuellen und reproduktiven Rechte für Mädchen und Frauen mit Behinderungen. Sie erleben jedoch eine Vielzahl an Diskriminierungen. Diese beginnen bereits beim Weg in die gynäkologische Praxis, die oftmals schon baulich nicht barrierefrei zugänglich sind. Hinzu kommen kommunikative und strukturelle Barrieren, wenn zum Beispiel Informationen zu Verhütung und Elternschaft nicht in Leichter Sprache vorliegen und das medizinische Personal nicht zu den spezifischen Bedarfen von Menschen mit Behinderungen geschult ist”, erklärt Britta Schlegel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Instituts.

Weiterführend sagt Schlegel: “Es gibt viele gesellschaftliche Vorurteile und es wird Frauen mit Behinderungen oftmals nicht zugetraut, dass sie gute Eltern sein können”, denn auch über Familiengründung und Elternschaft können Frauen mit Behinderung häufig nicht selbstbestimmt entscheiden. Dabei haben Menschen mit Behinderung das gleiche Recht Eltern zu werden wie andere auch. Es fehle vorallem an sozialrechtlicher Beratung über die Möglichkeiten zur Unterstützung der Elternschaft sowie an entsprechenden Angeboten vor Ort.

 

Umsetzung des barrierefreien Gesundheitswesen

Folglich fordert Schlegel die Bundesregierung auf, die flächendeckende barrierefreie gynäkologische Versorgung von Frauen und Mädchen mit Behinderung zu einem Schwerpunkt des angekündigten Aktionsplans für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen zu machen.

Um diese Forderung zu erfüllen ist ein Blindenleitsystem ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dieses hilft blinden und sehbehinderten Menschen dabei sich vor Ort und ohne die Hilfe anderer zu orientieren. Unser System kann ohne großen Aufwand verlegt werden, ohne es von Anfang an einzuplanen. Die große Farbpalette ermöglicht es, die Elemente an ein bereits vorhandenes Farbkonzept anzupassen. Durch die intensive Zusammenarbeit mit renommierten Kunststoff- und Klebemittelhersteller*innen muss der vorhandene Untergrund nicht entfernen werden, sondern dient als Trägerschicht für das Leitsystem. Sowohl in Gebäuden als auch im Außenbereich haften die Komponenten auf nahezu jedem Untergrund gleich gut (Teppich, PVC, Stein etc.). Letztlich profitieren alle Nutzer von unserem Leitsystem, das auch einen wichtigen Beitrag zur Sturzprävention und Unfallverhütung leistet.

 

Quelle.

01. März: Zero Discrimination Day

Der 01. März wurde durch die Vereinten Nationen zum Zero Discrimination Day ausgerufen. Dabei wird weltweit dazu aufgerufen ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen, denn weltweit werden Menschen aus verschiedenen Gründen diskriminiert. Grund kann ihre Herkunft, Religion, eine Behinderung, das Geschlecht, das Alter, die sexuelle Orientierung oder die Hautfarbe sein.

Aber was ist überhaupt Diskriminierung? Spricht man von einer Diskriminierung ist die Benachteiligung bestimmter Personen oder Gruppen gemeint. Juristisch spricht man von der „ungerechtfertigten Ungleichbehandlung“, die bestimmte Personen schlechter stellen als andere. Für eine gleichberechtigte und faire Behandlung der betroffenen Menschen setzt sich die UNAIDS ein. Diese hat zusammen mit den Vereinten Nationen 2014 den Zero Discrimination Day ausgerufen. Ziel dabei ist es jede Art von Diskriminierung zu beseitigen. Durch die gleichnamige Kampagne #zerodiscrimination sind Organisationen sowie Einzelpersonen aufgerufen ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen, denn alle Menschen haben ein Recht auf ein Leben in Würde.

In Deutschland wird Diskriminierung durch Artikel 3 unseres Grundgesetztes verboten. Dort heißt es: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Trotzdem erfahren viele Menschen in ihrem Leben benachteiligt, so auch blinde und sehbehinderte Menschen.

Sind Gebäude nicht barrierefrei, stellt das für blinde und sehbehinderte Menschen eine große Herausforderung dar, sie werden benachteiligt. Diese Herausforderungen lässt sich ohne viel Aufwand abbauen. So lassen sich unsere Leitsysteme nachträglich verlegen, ohne dass sie bereits am Anfang mit eingeplant wurden oder dass durch die Verlegung eine große Baustelle entsteht. Dabei kann aus vielen verschiedenen Farben gewählt werden um das Leitsystem auch farblich an ein bereits vorhandenes Raumkonzept anzupassen. Weitere Möglichkeiten Barrieren abzubauen sind Türschilder oder Pläne mit Brailleschrift, um sich direkt zu Betreten ein Überblick über das Gebäude zu schaffen.

Eine weitere sinnvolle Möglichkeit sind Stufenkantenmarkierungen. Somit werden einzelne Treppenstufen und besonders die erste und letzte Stufe einer Treppe besser erkennbar. Das hilft nicht nur betroffenen, sondern mindert im Allgemeinen das Potenzial von Unfällen und Treppenstürzen. Zusätzlich sind Handlaufmarkierungen in einem Treppenhaus sinnvoll, mit denen sich das aktuelle Stockwerk in dem man sich befindet taktil erfassen lässt.

Die angesprochenen Maßnahmen sind somit ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung, die leider immer noch täglich stattfinde Diskriminierung zumindest teilweise abzubauen und Menschen nicht aufgrund einer Sehbehinderung zu benachteiligen.

Aus Modehaus wird Museum

Das Kölnische Stadtmuseum sammelt seit der Gründung 1888 Objekte zur Geschichte Kölns vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Ziel dabei ist es das reichhaltige historische Erbe der Stadt mit Ausstellungen und Vermittlungsangeboten für heutige und zukünftige Generationen zu erhalten. Bis 2021 gelegen in der Zeughausstraße zieht es jetzt in das ehemalige Modehaus Franz Sauer, wo es voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 neu eröffnet wird.

Das Familienunternehmen Franz Sauer wurde 1842 gegründet. 1986 wurde das Modekaufhaus gebaut, bis zur Geschäftsaufgabe 2016 wurde auf fünf Etagen hochpreisige Damen- und Herrenmode des renommierten Bekleidungsgeschäft angeboten. Doch nicht nur das Warensortiment zeichnete sich durch Luxus und Eleganz aus: das Modehaus ist durch Architektur und eine Innenausstattung mit hochwertigen Materialien ein wichtiges Beispiel für den opulenten Charme postmoderner 1980er-Jahre-Architektur.

 

Museumskonzept

Neben dem Standort wird zusätzlich das Museumskonzept geändert. Durch die innovative Dauerausstellung wird die Geschichte der Stadt Köln mit all ihren Facetten, Widersprüchen und unterschiedlichen Perspektiven ganz neu erzählt. Dabei wird neben der Vergangenheit auch die Gegenwart und Zukunft der Stadt in den Blick genommen. Ziel ist es das Museum zu einem lebendigen, offenen Ort der Begegnungen und der Diskussion für alle Kölner*innen und Tourist*innen zu machen.

Das innovative Ausstellungskonzept wird barrierefrei, offen, divers, partizipativ, modern und überraschend. Dafür arbeitet das Museumsteam gemeinsam mit einem international renommierten Gestaltungsbüro aus Berlin an der neuen Dauerausstellung. Außerdem soll das neue, zukunftsorientierte Konzept den Ruf Kölns als innovative Kulturhauptstadt unterstreichen.

Durch besondere Inszenierungen, eingängige Ausstellungstexte, digitale Angebote und taktile Objekte zum Anfassen wird die Geschichte der Stadt zeitgemäß präsentiert und der Museumsbesuch zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Zusätzlich wird die Stadtgeschichte durch moderne Vermittlungsformen und digitale Installationen interaktiv erfahrbar gemacht.

 

Barrierefreiheit

Um die Ausstellung barrierefrei zu gestalten wurde ein taktiles Leitsystem benötigt, welches durch uns verlegt worden ist. Dafür wurde auf schwarze Elemente gesetzt, die sich sehr gut dem Farbkonzept anpassen. Beim Bau des Modehauses wurde vor allem auf Fliesen in weiß bzw. aus Marmor mit schwarzen und goldenen Highlights gesetzt. Rippen und Noppen in schwarz sehen somit nicht nur stylisch aus und passen sich an das Farbkonzept an, sie bilden außerdem einen guten Kontrast auf dem hellen Untergrund.

Große Aufmerksamkeitsfelder kommen vor allem im Treppenhaus zum Einsatz. Das Treppenhaus im Modekaufhaus wird gebildet aus einer zentralen Rundtreppe, die die fünf verschachtelten Etagen verbindet. Durch die Aufmerksamkeitsfelder werden blinde und sehbehinderte Menschen auf das folgende Hindernis aufmerksam gemacht. Zusätzlich wurden jeweils die erste und letzte Stufe der Treppen markiert. Durch die Treppenkantenmarkierungen wird das Hindernis eines Treppensturzes zusätzlich verringert. Das bietet nicht nur blinden und sehbehinderten Besucher*innen einen Vorteil, sondern auch normal sehenden Menschen, bei denen es auch oft zu Unfällen auf Treppen kommt.

Neben der Markierung von Gefahrenstellen wie Treppen und der Markierung des Weges durch Rippen und Noppen wurden Glasmarkierungen an den Türen angebracht. Glaswände und -türen stellen besonders für blinde und sehbehinderte Menschen eine Gefahrenstelle dar, denn Glas ist für sehbehinderte Menschen quasi unsichtbar. Abhilfe schaffen Glasmarkierungen auf verschiedenen Höhen, die den von einer Sehbehinderung betroffenen Menschen dabei helfen, die Türen zu erkennen. Auch diese passen sich farblich und gestalterisch an das Gebäude an.

 

 

Stadtgeschichte im Schnelldurchlauf

Anhand der Highlights der Museumssammlung findet im Auftaktraum ein chronologischer Rundgang von der Römerzeit bis heute statt. Das historische Stadtmodell Kölns, das die Stadt im 16. Jahrhundert zeigt, zählt zu den Höhepunkten. Ergänzt wird es durch spannende digitale Zusatzinhalte. Zusätzlich werden der Verbundbrief, das Stadtsiegel von 1268/69 und aktuelle Objekte zur Corona-Pandemie ausgestellt. Damit soll den Besucher*innen die Möglichkeit geboten werden die Grundzüge der Kölner Stadtgeschichte in einem dreißig-minütigen Schnelldurchlauf kennenzulernen.

Im Foyer zeigt der “Open Space” das Stadtmuseum noch mehr als ein offenes und partizipatives Museum, das auch als diskursives Forum dient und agiert. Zusammen mit externen Partner*innen werden kleine Ausstellungen präsentiert, die einen unmittelbaren Bezug zur Gegenwart haben. Ziel ist es aktuelle Themen und Fragestellungen der Stadtgesellschaft gemeinsam mit Kölner*innen zu erörtern und zu diskutieren.

 

Emotion und Reflexion

Als idealer Einstieg und Ausgangspunkt für die weiteren individuelle Entdeckungstour durch die acht epochenübergreifenden Frageräume dient der Auftaktraum. Die Frageräume bilden den Kern des innovativen Präsentationsansatzes. Anhand verschiedener Emotionen (Liebe, Wut, Lust, Angst, Hoffnung, Bewegung, Glaube und Verbindung) wird dort die Geschichte der Stadt erschlossen. Neben Religion und Ideologie werden unter der Frage: “Woran glauben wir?” auch Themen wie Geld und Fußball behandelt. Ein Bogen von Kriegen und der NS-Zeit bis hin zu aktuellen Ereignissen wie dem Attentat in der Keupstraße wird in dem Raum “Was macht uns Angst”? geschlagen. Sexualität in unterschiedlichsten Jahrhunderten sowie die Geschichte der Kölner Unterhaltung vom mittelalterlichen Tanzbären in der Altstadt bis zu den Rock-Clubs in den Industriebrachen der späten 1980er-Jahre wird in dem Raum “Worauf haben wir Lust?” thematisiert. Um Besucher*innen in die emotionalen Welten eintauchen zu lassen wird auf gezielt eingesetzte Farb- und Oberflächengestaltung sowie stimmungsvolle Lichtinszenierung gesetzt.

Reflexionsräume zu Beginn jedes Frageraums stimmen sehr persönlich auf die Themen ein und erlauben es Besucher*innen, sich selbst mit den jeweiligen Fragestellungen auseinanderzusetzten. Dafür werden von “Köln-Expert*innen” stammende Objekte und Geschichten gezeigt.

 

 

Quellen: stadt-geschichte und koelnisches-stadtmuseum

Unsere Produkte

Das Herzstück unserer Arbeit stellen unsere Produkte dar. Diese wollen wir einmal genauer vorstellen:

Alle Elemente bestehen aus dem Hochleistungskunststoff Desmopan. Die Rippen gibt es in schmal und in breit. Hier abgebildet sind sie in den Farben verkehrsweiß, basaltgrau, telegrau und tiefschwarz. Die Noppen sind ebenfalls abgebildet in den Farben telegrau, tiefschwarz und verkehrsweiß. Zusätzlich zu sehen sind außerdem Treppenstufenmarkierungen in den Farben signalgelb, tiefschwarz und telegrau sowie zwei taktile Türschilder in Brailleschrift in weiß und grau. Die Stufenkantenmarkierungen verfügen über kleine Rillen, die als Rutschhemmung dienen.

 

Blindenleitsystem Jobcenter Mettmann

Der Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung kann herausfordernd sein. Deshalb ist eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen Menschen mit Behinderung beim Zugang zum Arbeitsmarkt zu unterstützen. Bei der Umsetzung hilft die SDG, welche Menschen mit Behinderung beim Zugang zum Arbeitsmarkt unterstützt und eine produktive Vollbeschäftigung sowie menschenwürdige Arbeit ermöglicht. Weitere Infos finden Sie hier.
Das Blindenleitsystem im Jobcenter Mettmann ist ein erster wichtiger Schritt, um auch blinden und sehbehinderten Menschen einen Zugang zur Arbeitswelt zu ermöglich bzw. ihn zu erleichtern.

Taktiles Leitsystem für Düsseldorfer Hotels

In der Harkorstr. Düsseldorf sind aus einem Großbauprojekt drei neue Hotels entstanden. Diese liegen direkt nebeneinander, verbunden über eine Tiefgarage. Zwei der Hotels, Adina und Premier Inn, werden erst demnächst eröffnet. Das zur Hilton-Gruppe zugehörige Hotel Honors liegt in der Mitte der drei Hotels und wurde bereits eröffnet.

Die Bilder stammen alle aus dem Hotel Honors. Eine Herausforderung in diesem Hotel ist der Teppich, der in den Fluren der oberen Stockwerke verlegt ist. Da dieser aus Langfaser ist, kleben die einzelnen Teile nicht so exakt wie auf ebenen Böden. An dieser Herausforderung setzten unsere Elemente „Fluxi“ an. Diese werden hergestellt aus Desmopan. Der Vorteil der Elemente ist, dass sie, wie der Name Fluxi schon verrät, sehr flexibel sind. Sie bewegen sie sich also mit dem Teppich mit. Trotz seiner Flexibilität ist der besonders hochwertige Kunststoff robust und verschleißfest.

Durch die Grundlage der DIN 18040 „Barrierefreies Bauen“ müssen die Hotels die gebaute Umwelt für Menschen mit Behinderungen ohne eine besondere Barriere auf normale Art und Weise und ohne fremde Hilfe nutzbar machen. Darunter zählen besonders Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen sowie Menschen, die auf Mobilitätshilfen und Rollstühle angewiesen sind.

Unsere Produkte berücksichtigen besonders Menschen mit Sehbehinderungen. Die bereits erwähnte DIN 18040 sieht es vor, dass Leitsysteme bei Neubauten eingeplant werden müssen. Doch auch bestehende Gebäude nachträglich mit einem Leitsystem auszustatten, ist für uns kein Problem. Viele Leitsysteme diverser Hersteller*innen müssen bereits frühzeitig bei der Planung berücksichtigt werden, sind ausschließlich für den Innen- oder Außenbereich konzipiert, bieten kaum Flexibilität hinsichtlich der Farbgestaltung oder lassen sich nur aufwendig verlegen. Unser Leitsystem hingegen ist für jeden Einsatz geeignet.  Der vorhandene Untergrund muss nicht entfernt werden, er dient als Trägerschicht für das Leitsystem. Dabei haften die Komponenten sowohl im Innen- als auch im Außenbereich auf nahezu jedem Untergrund gleich gut. So kann unser System nachträglich, schnell und kostengünstig eingebaut werden. Durch die freie Farbwahl können unsere Elemente einem vorhandenen Farbkonzept angepasst werden. Außerdem kann ein guter Kontrast erreicht und eine ästhetische Einbindung in das Objekt ermöglicht werden.

 

Inklusion im Finanzbereich ist ausbaufähig

Wie steht es um die Inklusion in der Finanzbranche?

Mastercard verkündete Ende Oktober, dass man eine barrierefreie Karte für Blinde und Sehbehinderte einführt. Auf fühlbare Einschnitte setzt das Kreditkarten-Unternehmen als Lösung. Erkennbar ist die Kreditkarte an einer runden Kerbe, die EC-Karte an einer quadratischen Kerbe und die Prepaid-Karte an einem dreieckigen Einschnitt. Laut Unternehmen ermögliche es die Touch-Card die Karte richtig auszurichten und zu wissen, welche Zahlungskarte man benutzt.

 

Schwierigkeiten beim Auseinanderhalten der Karten

Scheckkarten wie Führerschein, Personalausweis, Krankenkassenkarte usw. sind im Format und Material immer gleich. Einzelne Karten auseinanderhalten kann schon für Menschen ohne körperliche Einschränkungen schwierig werden, besonders in Situationen in denen es schnell gehen muss. Diese können aber anhand der Farbe oder Aufschrift erkennen, welche Karte die richtige ist. Was ist mit den Menschen, denen dieser Luxus aufgrund einer Blindheit oder einer Sehbehinderung verwahrt bleibt? Welche Probleme neben dem Erkennen der richtigen Karte haben sie sonst im Zahlungsverkehr? Welche Probleme treten auf, wenn man zwar sehen aber nicht hören kann, was der oder die Bankberater*in einem erklärt?

In Deutschland haben rund acht Millionen Menschen eine Schwerbehinderung. Sehbehindert oder hochgradig sehbehindert sind eine halbe Millionen, knapp 77.000 sind blind. Da die genannten Zahlen aber nur für Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis zutreffen, was nicht bei allen Betroffenen der Fall ist, gibt es keine offizielle Statistik. Bei der Zahl der Menschen, die nicht hören können, ist es ähnlich schwierig. Der Deutsche Gehörlosen-Bund geht von rund 83.000 Betroffenen aus.

 

Richtlinie der EU will Teilhabe für Schwerbehinderte ermöglichen

Die EU hat 2019 eine Richtlinie, den European Accessibility Act, RL (EU) 2019/882, verabschiedet. Dieser soll laut §1 behinderten Verbraucher*innen und Nutzer*innen die Teilhabe ermöglichen und den Binnenmarkt harmonisieren, um ihnen so das Leben zu erleichtern. Auch Geldautomaten, Zahlungsterminals und deren Hard- und Software werden im Anwendungsbereich explizit genannt. Im Juli 2021 wurde die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt: das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.

Bei der Umsetzung gibt es aber noch große Probleme. Eines von ihnen ist, dass die Vorschriften für Produkte und Dienstleistungen gelten, die ab dem 28. Juni 2025 eingeführt werden. Für alles, was vor diesem Datum auf den Markt kommt, gibt es Übergangsfristen bis 2030 oder länger. Geht ein Selbstbedienungsmaterial am 01. Januar 2025 in den Betrieb, kann es ohne barrierefrei zu sein bis 2040 genutzt werden.

 

Keine konsequente Umsetzung der Richtlinien bei Inklusion

Den Aspekt, dass sich die Regelungen auf Bankdienstleistungen für Verbraucher*innen beschränkt, kritisiert auch der DBSV, der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf. Daraus resultiert, dass das Online-Banking für ein privates Girokonto barrierefrei sein muss, das Geschäftskonto jedoch nicht.

Eine zusätzliche Schwierigkeit stellen Touchscreens dar, die viele Automaten und Terminals heute haben. Blinde und sehbehinderte Menschen brauchen fühlbare Tasten, am besten mit Braille-Schrift. Touchscreens sind wenig hilfreich für Betroffene. Hilfreich wären dafür Kopfhörerbuchsen an Geldautomaten, womit die Betroffenen eine Audio-Anleitung kriegen.

Eine bundesweite Übersicht über geeignete Geldautomaten für Menschen, die nicht oder nur schlecht sehen können, gibt es nicht. Durch die unterschiedlichen Modelle der einzelnen Geldhäuser, kann die behindertengerechte Gestaltung einen Kostenfaktor darstellen, gleichzeitig aber auch einen Wettbewerbsvorteil.

 

Demographischer Wandel treibt Barrierefreiheit und Inklusion voran

Das Bundefreiheitsgesetz sollte nicht nur von Menschen mit Behinderung im Blick gehalten werden, sondern auch von solchen “mit funktionalen Einschränkungen”. Damit sind auch Senior*innen, Schwangere oder Menschen mit Erkrankung und Verletzung einbezogen, die vielleicht nur temporär Unterstützung benötigen. Dieser Forderung folgt der Gesetzgeber nicht.

Laut der Einschätzung von Fabian Schuster, dem Associate beim Bankenverband, sind Geldautomaten heute schon barrierefreier als vor zehn Jahren. Zusätzlich sind die Bedienelemente besser zugänglich. Schwierig ist aber die Übersetzung der vielen Produkte von Banken und Kreditinstituten in einfach Sprache, da die Terminologie oft vergeben ist. In vielen Bereichen der Kundeninformation ist gesetzlich geregelt, was man den Kund*innen wie zu sagen hat. So könnte man statt Dispo auch geduldete Kontoüberziehung sagen.

 

Unser Teil zum Abbau von Barrieren in Banken

Wir sind zwar nicht dazu in der Lage Bankautomaten für blinde und sehbehinderte Menschen einfacher zu gestalten, einen Teil zur Barrierefreiheit in Banken können wir aber leisten. Die folgenden Bilder zeigen verschiedene Bank-Filialen, die sich für unsere Elemente entschieden haben. Darunter sind zum einen taktile Pläne, zum anderen taktile Leitsysteme Rippen und Noppen. Durch die Pläne ist es blinden und sehbehinderten möglich, sich einen Überblick über den Raum zu schaffen. Damit wird die Orientierung vor Ort erleichtert. Das taktile Leitsystem hilft dann im Anschluss dabei, den richtigen Weg zu finden.  Für die auf den Bildern zu sehenden Filialen wurden ausschließlich Edelstahl-Elemente gewählt.

 

Quelle

 

Intensiver Blick auf Kunst durch Inklusion

Die Museen in Köln unterbreiten mit dem Beginn des neuen Jahres spezielle Angebote zu Führungen durch die Ausstellung der Museen für Menschen mit Sehbehinderung und ihren Freund*innen. Die Führung zum Thema “Der intensive Blick” im Wallraf-Richartz-Museum ist in diesem Jahr neu.

Sehbehinderten Besucher*innen plus Begleiter*innen werden lebendige Rundgänge angeboten, die der Museumsdienst Köln gemeinsam mit dem Museum Ludwig und dem Wallraf-Richartz-Museum möglich macht. Dabei werden ausführliche Beschreibungen mit spontanem Austausch verbunden. Ziel ist ein anregendes Ergebnis statt einer trockenen Wissensvermittlung, ermöglicht durch eine gemeinsame Entdeckungsreise. Besucher*innen werden ausgehend von den ausgewählten Kunstwerken dazu eingeladen, die Kunst im Gespräch selbst zu entdecken.

Das Angebot der Führungen startet am Dienstag, den 11.01.2022. Die nachfolgenden Termine sind:

  • Dienstag, der 08.02.2022
  • Dienstag, der 08.03.2022 sowie
  • Dienstag, der 12.04.2022, jeweils von 11:00 – 12:30 Uhr.

Anmeldungen werden bis zwei Tage vor der jeweiligen Veranstaltung angenommen.

 

Unsere taktilen Leitsysteme erleichtern blinden und sehbehinderten Besucher*innen auch ohne Führung die Orientierung. Dazu unten Beispielbilder aus dem smac, dem Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz. Dort wurde sich im Nachgang für ein Leitsystem entschieden, was dank unserer System kein Problem darstellt. Durch die schwarzen Elemente wird ein guter Kontrast erreicht und eine ästhetische Einbindung in das Objekt ermöglicht. Die Objektreportage dazu finden Sie hier.

 

 

Quellen: kobinet-nachrichten.org und museenkoeln.de

04. Januar: Welt-Braille-Tag

Bedeutung des Welt-Braille-Tag

Am 04. Januar wurde der “Welt-Braille-Tag” gefeiert. Er geht zurück auf den am 04. Januar 189 geborenen Louis Braille. Dieser erfand im Alter von nur 16 Jahren die Blindenschrift, die deshalb auch “Brailleschrift” genannt wird. 2018 wurde ihm zu Ehren der 04. Januar von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Internationalen Welt-Braille-Tag erklärt. Der Aktionstag soll auf die zentrale Bedeutung der Blindenschrift und die Situation blinder und stark sehbehinderter Menschen aufmerksam machen.

Für blinde Menschen bedeutet die Brailleschrift Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, deshalb engagiert sich der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) auf vielfältige Weise für die Förderung und Verbreitung der Blindenschrift. Auf Initiative des DBSV zählt seit März 2020 die “Verwendung und Weitergabe der Brailleschrift in Deutschland” seit zum Immateriellen Kulturerbe.

 

“Imke fliegt zur Sonne”

Aus diesem Anlass veröffentlichte der DBSV in diesem Jahr sein neues Tast-Kinderbuch „Imke fliegt zur Sonne“: nachdem die Honigbiene Imke aus ihrem Ei geschlüpft ist, lernt sie mit ihrer älteren Schwester Blümchen die vielen Aufgaben in einem Bienenstock kennen und erlebt zahlreiche Abenteuer.

Zusätzlich zum Druck in Groß- und Brailleschrift erfahren junge Leser*innen durch Tastbilder und ergänzende Erklärungen zum Hören viel über das Leben von Honigbienen. Beispielsweise können die Zellenstruktur einer Wabe ertastet und Waben aus einem Bienenkasten gezogen werden. Außerdem können die Tricks der Bienen, mit denen sie einander den Weg zu leckeren Blüten verraten, erfahren, Verteidigungsnetze aus Bienen gepuzzelt und Bienenstachel mit denen von Wespen verglichen werden. Dadurch werden blinde und sehbehinderte Kinder spielerisch an die Brailleschrift herangeführt, womit „Imke fliegt zur Sonne“ zu einem inklusiven und lehrreichen Abenteuer für alle wird.

Das Tast- und Aktionsbuch wurde gemeinsam konzipiert von Eva Cambeiro und Reiner Delgado – dem Tastbuch-Team des DBSV – sowie von dem Bienenexperten Prof. Jürgen Tautz und der Künstlerin Bärbel Rothhaar. „Imke fliegt zur Sonne” entstand im Rahmen des Projektes „Ein Buch für jeden Tag“, das durch die SKala-Initiative gefördert wurde.

Hier können Sie das neue Kinderbuch des DBSV als barrierefreies PDF-Dokument anschauen, Hinweise zu den Audio-Inhalten und zur Bestellung erhalte und in einem YouTube-Film durch die Seiten des Buches blättern.

 

Pläne, Beschilderungen, Beschriftungen etc. in Brailleschrift

Auch wir machen uns für die Situation blinder und stark sehbehinderter Menschen stark: mit unseren taktilen Leitsystemen vereinfachen wir die Orientierung vor Ort und bauen Barrieren ab. Durch Türschilder, Pläne, Treppenbeschriftungen etc. in Brailleschrift sorgen wir außerdem dafür, dass die Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen nicht auf dem Boden aufhört, sondern diese auch haptisch mit den Fingern wahrnehmbar ist. Hat man also durch das Blindenleitsystem auf dem Boden den Weg zu einem bestimmten Raum gefunden, helfen Türschilder mit bzw. in Brailleschrift dabei herauszufinden, wer oder was sich in dem Raum befindet. Auch Pläne in Brailleschrift in der Nähe des Eingangs in einem Gebäude sind blinden und sehbehinderten Menschen eine große Hilfe dabei zu erkennen, wie das Gebäude aufgebaut ist. Dadurch können unnötige Wege vermieden werden.

 

 

Blindenleitsystem Fröbel Kindergarten Westfalenstr.

Unser Auftrag, Kitas und Kindergärten barrierefrei zu gestalten, geht weiter. Das letzte Objekt, in dem wir ein taktiles Leitsystem verlegt haben, ist ein Kindergarten der Fröbel-Gruppe in Düsseldorf.

Der FRÖBEL-Kindergarten Westfalenstraße ist geprägt durch Offenheit, Partizipation und Individualisierung. Durch das Aufgreifen der Bedürfnisse und Interessen der Kinder im pädagogischen Alltag, gehen die Erzieher*innen auf diese ein. Die Bildungs- und Entwicklungsprozesse der Kinder werden durch eine anregend gestaltete Umgebung mit vielfältigen Materialien gefördert.

 

Um mehr über das Thema Inklusion und Barrierefreiheit in Kitas und Kindergärten zu erfahren, klicken Sie hier.

Quelle

Blindenleitsystem Krankenhaus Merheim

Das Krankenhaus Merheim ist der größte Bestandteil der Kliniken der Stadt Köln. Als Haus der Maximalversorgung und Klinikum der Universität Witten/Herdecke wird hier ein umfassendes Leistungsspektrum geboten.

Besonderheiten sind das Neurozentrum einschl. Stereotaxie, Lungenklinik einschl. ECMO-Therapie, Transplantationszentrum, Exzellenzzentrum für minimalinvasive Chirurgie, kardiologisches Zentrum, überregionales Traumazentrum, Endoprothesenzentrum, Zentrum für Sportverletzungen und Plastische Chirurgie mit Schwerbrandverletztenzentrum.

Mehrere moderne Intensivstationen bieten eine optimale Versorgung schwerstkranker Patienten. Mit dem Ausbau des Zentrums für Innere Medizin sind die Kliniken optimal für den demografischen Wandel gerüstet. Die Kliniken für Augenheilkunde, Anästhesiologie und operative Intensivmedizin mit Sektion Schmerz- und Palliativmedizin, Radiologie und Neuroradiologie vervollständigen das Angebot.

Um auch blinde und sehbehinderte Besucher*innen und Patient*innen nicht nur optimal zu versorgen, sondern ihnen auch die Orientierung einfacher zu machen, wurde ein taktiles Leitsystem in der Kardiologie verlegt.

Quelle

Weltkindertag – Tag der Rechte des Kindes

Kindertag

In über 145 Staaten wird am Kindertag (auch: Weltkindertag, Internationaler Kindertag oder Internationaler Tag des Kindes) auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder, speziell auf deren Rechte, aufmerksam gemacht. Dabei gibt es kein international einheitliches Datum. In über 40 Staaten wird er am 01. Juni, in anderen Ländern, darunter auch Deutschland, am 20. September und in den Vereinten Nationen am 20. November als Internationaler Tag der Kinderrechte begangen. Die Wahl des Datums liegt am Jahrestag, an dem die UN-Vollversammlung die Kinderrechtkonvention von 1989 verabschiedete.

In Deutschland lautete das Motto des Weltkindertags am 20. September 2021 “Kinderrechte jetzt!”. UNICEF hat gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ein Zeichen gesetzt, dass es dringend an der Zeit ist, die Kinderrechte umzusetzen und eine gerechte und nachhaltige Welt zu schaffen. So haben das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland dazu aufgerufen, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken um so die Weichen für eine zukunftsfähige und kinderfreundlichere Welt zu stellen.

 

Barrierefreiheit in Kindertagesstätten und Kindergärten

Auch wir stehen hinter diesem Motto, denn Kinder sind unsere Zukunft. Mit unseren Blindenleitsystemen sorgen wir dafür, dass die Welt für alle Menschen, darunter natürlich auch Kinder und Jugendliche, barrierefrei und somit zukunftsfähiger wird. Je früher Kinder lernen was Inklusion heißt, desto besser können sie im weiteren Leben damit umgehen, denn man kann nie früh genug damit anfangen füreinander Verantwortung zu übernehmen und Rücksicht aufeinander zu nehmen.

Mit einer neuen Broschüre widmen wir uns dem Thema Kindertagesstätten und Kindergärten, nachdem wir uns bereits für die Barrierefreiheit in Schulen (weitere Infos finden Sie hier) stark gemacht haben. In beiden Bereichen ist das Herstellen einer barrierefreien Umgebung eine wichtige Grundlage um Kinder und Jugendliche in all ihrer Verschiedenheit zu unterstützen und zu fördern. Im besten Fall ist eine barrierefreie Umgebung von Anfang an vorhanden, um kein Kind systematisch auszugrenzen. Doch nicht nur Kinder die blind oder sehbehindert sind profitieren von einem Blindenleitsystem, auch erkrankte Eltern oder temporär erkrankte Kinder, bei denen eine Einschränkung plötzlich als Folge eines Unfalls auftritt, Eltern mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollator oder im Rollstuhl, haben mit einem Blindenleitsystem die Gewissheit, taktil unterstützt zu werden.

 

Gute-Kita-Gesetz

Neben dem Kindertag gibt es seit 2019 außerdem das Gute-Kita-Gesetz, zu dessen Förderzielen unter anderem die Ausstattungsinvestitionen, die gesundheitliche Versorgung, Maßnahmen der Inklusion sowie die Förderung der sprachlichen Bildung zählen. Handlungsfelder wie Kindergerechte Räume, die allen Kindern gerecht werden, Außenflächen und eine vielfältige pädagogische Arbeit besitzen bezüglich der Barrierefreiheit und Inklusion besondere Relevanz. Den Flyer, der über Fördermöglichkeiten und die einfache Umsetzung informiert, finden Sie hier: Flyer Kita.

 

Vorteile unseres Systems

Wenn auch Sie etwas zur Barrierefreiheit und somit zu einer zukunftsfähigen, kinderfreundlicheren und vor allem inklusiveren Welt beitragen wollen, kontaktieren Sie uns gerne. Unser System kann nachträglich, schnell,  einfach und kostengünstig verlegt werden. Durch die freie Farbwahl können unsere Elemente einem vorhandenen Farbkonzept angepasst werden, womit ein guter Kontrast erreicht und eine ästhetische Einbindung in das Objekt ermöglicht wird. Die Komponenten haften auf nahezu jedem Untergrund gleich gut (Teppich, PVC, Stein etc.), sowohl in Gebäuden als auch im Außenbereich. Letztlich profitieren alle Nutzer*innen von unserem Leitsystem, das auch einen wichtigen Beitrag zur Sturzprävention und Unfallverhütung leistet.

Quelle

Taktiles Leitsystem im Verwaltungsgericht Münster

Im Verwaltungsgericht in Münster wurde ein taktiles Leitsystem aus Noppen und Rippen verlegt. Neben der bereits bestehenden Rampe neben dem Haupteingang des Gerichts, befindet sich dort eine automatisch öffnende Schiebetür. So wird ein barrierefreier Zugang für Menschen die beispielsweise im Rollstuhl sitzen gewährt. Um auch blinden und sehbehinderten Mitarbeiter*innen und Besucher*innen einen barrierefreien Zugang zu ermöglich, wurde sich für ein Blindenleitsystem aus Messing entschieden.

Sturzprophylaxe durch Treppenkantenprofile

Die meiste Zeit des aktiven Tages verbringt der Mensch am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin. Dabei stellen Treppen eine nicht unerhebliche, oft unterschätzte, Gefahrenstelle dar. Mehr als 600.000 Menschen stürzen jedes Jahr. Alleine 12.876 Menschen starben 2015 durch einen Sturz, davon rund 4.000 verursacht durch eine Treppe, laut dem statistischen Bundesamt. Zu schweren Verletzungen kommt es gerade bei zunehmendem Alter, denn Stürze können vielfältige und schwerwiegende Folgen haben, die langwierige Krankenhausaufenthalte mit sich bringen. Treppenkantenprofile können dies vermeiden.

Gerade für Menschen, die sehbehindert oder blind sind, stellen Treppen ein großes Risiko dar. Um das Risiko eines Treppensturzes zu mindern, gibt es 3 Tipps für Treppensicherheit im Betrieb:

  1. Markierungen der Tritt- und Setzstufen, möglichst kontrastreich zum Bodenbelag.
  2. Markieren Sie die ersten und letzten Stufen, vorzugsweise alle.
  3. Aufmerksamkeitsfelder mit Noppenstruktur über die gesamte Treppenbreite.

Die Bedeutung der Barrierefreiheit wird oft unterschätzt, dabei spielt auch diese eine wichtige Rolle bei Unfallverhütung und Sturzprophylaxe. Neben der Markierung der ersten und letzten Stufe der Treppen, sollten sich auch die Handläufe visuell kontrastierend vom Hintergrund abheben.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, die Treppensicherheit in ihrem Betrieb zu verbessern. Dazu die passenden 5 Schritte:

  1. messen Sie die Breite der Treppe und zählen Sie die Anzahl der Stufen.
  2. schicken Sie uns, wenn möglich, ein Foto der Treppe, damit wir uns einen Eindruck vom Erhaltungszustand und der Farbe verschaffen können.
  3. wählen Sie das gewünschte Material: Hochleistungskunststoff Desmopan®, Aluminium oder Edelstahl.
  4. wählen Sie die gewünschte Farbe, bei den Aufmerksamkeitsfeldern das gewünschte Format: Noppenplatten oder lose Elemente aus Desmopan®, Edelstahl oder Messing.
  5. geben Sie bei Ihrer Bestellung an, ob Sie eine Eigenmontage vornehmen, oder ob unsere Montageteams das für Sie übernehmen dürfen.

 

Für den Gefahrenbereich Treppe haben wir, neben zahlreichen Stufenprofilen, ein kontrastreiches und rutschhemmendes Stufenprofil (L-Profil) entwickelt, das den Vorteil bringt, Setz- und Trittstufen gleichzeitig zu markieren und so für alle besser und früher erkennbar zu machen.

So hat sich auch das Umweltministerium in Düsseldorf dazu entschieden, die Treppensicherheit zu verbessern und die Treppenhäuser mit Treppenkantenprofilen aus Desmopan® auszustatten. Außerdem wurden die Geländer mit einem Brailleschriftzug ausgestattet, um auch haptisch darzustellen, auf welcher Etage bzw. in welchem Stockwerk man sich befindet. Davon profitieren nicht nur besonders die blinden und sehbehinderten Mitarbeiter*innen, sondern alle von Blindheit oder Sehbehinderung betroffenen Menschen.

 

 

Woche des Sehens 08. – 15.10.2021

Woche des Sehens

2021 findet die Woche des Sehens vom 08. bis 15.10.2021 statt. Die jährlich stattfindende Kampagne wurde 2002 von Augenärzt*innen, Selbsthilfeorganisationen und internationalen Hilfswerken ins Leben gerufen. Seitdem machen sie auf die Bedeutung eines guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit und die Lage blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den ärmsten Ländern der Welt aufmerksam.

Durch die Aktionswoche sollen der Öffentlichkeit die Themen Blindheit und Sehbehinderung nähergebracht, zusätzlich soll sie dafür sensibilisiert werden. Dieses Jahr möchte die Woche des Sehens drei ganz unterschiedliche Arten von Barrieren ins Visier nehmen. Dazu zählen einerseits “reale” Barrieren, wie auf dem Gehweg geparkte E-Roller, Kreuzungen ohne piepsende Ampeln oder ein Geschäft, welches blinden Menschen mit Führhund den Zutritt verweigert. Auch viele digitale Angebote wie Videokonferenzen und Online-Shops sind für blinde und sehbehinderte Menschen nicht nutzbar. Auch Barrieren, die “nur” in den Köpfen der Menschen, die gerade von einer drohenden Augenerkrankung erfahren haben, aufgebaut werden, sind nicht weniger real.

 

Tag des Sehens

Auf das weltweite Aktionsprogramm “VISION 2020 – das Recht auf Augenlicht” macht der World Sight Day (Welttag des Sehens) am zweiten Donnerstag im Oktober (14.10.2021) aufmerksam. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Agentur für die Verhütung von Blindheit (IAPB) sind die Initiatoren des Aktionstages, welcher das Ziel hat, die heilbare und vermeidbare Blindheit zu überwinden. Eine Welt, in der niemand unnötig erblindet, und alle unwiderruflich blinden ihr volles Potenzial erreichen können, lautet die Vision.

 

Internationaler Tag des weißen Stockes

Am nachfolgenden Tag, dem 15. Oktober 2021, findet der internationale Tag des weißen Stockes statt. Dieser wurde 1964 per Resolution vom US-Kongress verabschiedet. Der damalige Präsident der Vereinigten Staaten Lyndon B. Johnson unterstütze mit seiner umgehenden Proklamation das Streben blinder Menschen nach mehr Selbstständigkeit.

Blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland fordern an diesem Tag unter dem Motto “Bitte Weg frei!” zu mehr Rücksicht auf. Dabei weisen Sie auf die Bedeutung von Bodenleitsystemen hin, die mit dem Stock ertastet werden und im öffentlichen Raum zur Orientierung dienen.

Im Boden verlegte Platten mit Noppen und Rippen leiten, warnen und stoppen. Eine sichere Strecke wird durch in Reihe verlegte Platten mit Rippen, sogenannte Leitstreifen, angezeigt. Diese findet man beispielsweise an Bahnsteigen. Durch abgestelltes Gepäck, wodurch der Leitstreifen blockiert wird, werden blinde und sehbehinderte Menschen zu Umwegen gezwungen, die gefährlich werden können. Um den “Stockeinsatz” zu erleichtern, verteilen die Selbsthilfeorganisationen deshalb am 15. Oktober an die sehenden Mitbürger*innen in ganz Deutschland Aktionspostkarten.

Organisiert wird die Aktion gemeinsam vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband und dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf.

 

Blindheit erfahren

in Deutschland sind rund 1,2 Millionen Menschen blind oder sehbehindert. Erst wenn es zu Sehproblemen kommt, erkennt man den wirklichen Wert und die Notwendigkeit zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Wollen Sie wissen, was Sehen wirklich bedeutet? Machen Sie sich selbst ein Bild mit den Simulationsbrillen aus unserem Online-Shop!

 

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Taktiles Leitsystem Umweltministerium Düsseldorf

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, kurz Umweltministerium bzw. MULNV, ist eines von zwölf Ministerien der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit Sitz in Düsseldorf. Gegründet wurde es als Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nordrhein-Westfalen 1946. Seit dem 29. Mai 2018 ist Ursula Heinen-Esser (CDU) aus dem Kabinett Laschet die zuständige Ministerin. Heinrich Bottermann steht ihr als verbeamteter Staatssekretär und Amtschef zur Seite.

Zu den Aufgaben des Ministeriums gehören die Vorbereitungen von Landesgesetzen, die vom Landesparlament behandelt und beschlossen werden. Außerdem ist es über den Bundesrat an der Entstehung von Bundesgesetzen beteiligt, wendet Bundes- und Landesgesetzte sowie das europäische Recht an und gewährleistet die Einhaltung durch die Behörden vor Ort. Zusätzlich widmet es sich zum Schutz von Mensch, Umwelt und Klima der Information, Unterstützung, Beratung und finanziellen Förderung von Bürger*innen, gesellschaftlichen Institutionen, Betrieben und Unternehmen.

Aufgeteilt wird es in acht Abteilungen, dazu zählen:

  1. Zentralabteilung
  2. Landwirtschaft, Gartenbau, Ländliche Räume
  3. Forsten, Naturschutz
  4. Kreislaufwirtschaft, Bodenschutz, Wasserwirtschaft
  5. Immissionsschutz, Umwelt und Gesundheit, Gentechnik
  6. Verbraucherschutz
  7. Umweltberichterstattung und Umweltrechtsfragen, Europa, Internationales
  8. Nachhaltige Entwicklung, Klimawandel, Umweltwirtschaft

Außerdem gibt es sechs zum Geschäftsbereich zugehörige Behörden und Einrichtungen:

  • Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
  • Landesbetrieb Wald und Holz NRW
  • Landwirtschaftskammer NRW
  • Nordrhein-Westfälisches Landesgut Warendorf
  • Effizienz-Agentur NRW
  • Bezirksregierung, Kreise und kreisfreie Städte

 

Um nicht nur den drei blinden bzw. sehbehinderten Mitarbeiter*innen den Arbeitsalltag zu erleichtern, sondern um die Orientierung generell zu erleichtern, haben wir auf insgesamt 7 Etagen und in den Treppenhäusern bis in den 9. Stock fast 3000 Rippen und knapp 6200 Noppen aus Kunststoff bzw. Aluminium verlegt. Zusätzlich wurden Wegweiser in Brailleschrift in den Treppenhäusern angebracht.

 

Quelle

 

 

Taktiles Leitsystem Haus der Geschichte, Düsseldorf

„Demokratie, Vielfalt, Wandel“. So lautet der Leitgedanke der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens, einer selbstständigen Stiftung des Landes Nordrhein-Westfalens mit Sitz in Düsseldorf. Errichtet wurde sie per Gesetzbeschluss des Landtags vom 18. Dezember 2019, zu finden hier. Die Stiftungsorgane sind das Kuratorium, der Wissenschaftliche Beirat, der Arbeitskreis gesellschaftlicher Gruppen und das Präsidium. Das Kuratorium besteht aus den Mitgliedern des Präsidiums des Landtags, je einem Abgeordneten der im Landtag vertretenen Fraktionen, fünf Mitgliedern der Landesregierung sowie den Vorsitzenden der beiden Landschaftsverbände. Beschlossen werden dort alle grundsätzlichen Fragen inhaltlicher, finanzieller oder personeller Art. In der ersten Hälfte der Amtsperiode übernimmt André Kuper MdL, der Präsident des Landtags, den Vorsitz des Kuratoriums. Vertreten wird er von Ministerpräsident Armin Laschet, der den Vorstand in der zweiten Hälfte übernimmt.

Der Zweck der Stiftung, welcher mit dem Leitgedanken verwirklicht wird, ist es, die Geschichte des Landes NRW, seine Vergangenheit, seine Entstehung und seine Entwicklung darzustellen und anschaulich werden zu lassen. Geleistet werden soll dies durch die Einrichtung eines modernen, zeithistorischen Museums, dem Haus der Geschichte, im Behrensbau am Düsseldorfer Mannesmannufer. In der Jubiläumsausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ gibt die Ausstellung in acht Kapiteln Einblicke in bewegte und bewegende Zeiten. Es werden Geschichten von 30 Menschen aus NRW erzählt, die für die gesellschaftliche Geschichte des Landes stehen. Zeitzeug_innen berichten von individuellen Erlebnissen, persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen, Katastrophen, Schicksalsschlägen, Protesten, Errungenschaften, Niederlagen und Erfolgen. Thematisiert werden außerdem Vielfalt und die Probleme des Landes, die unter anderem die Themen Flucht, Vertreibung, Industrie, Wirtschaft und Fußball umfassen.

Die in einem Rundgang konzipierte Ausstellung zeigt die vielen Kulturen, Traditionen und Mentalitäten des Landes, die allen Bürger_innen zugänglich gemacht werden soll um damit zur Identifikation mit ihrer Heimat beizutragen. Die Wurzeln und Entwicklung des Landes zu kennen ist gerade für die Generation, die die Anfänge des Landes und der Demokratie nicht selbst miterlebt haben, umso wichtiger.

Ein inklusiver Mediaguide bietet allen Besucher_innen ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes audiovisuelles Ausstellungserlebnis. Um die Ausstellung nicht nur audiovisuell, sondern auch taktil wahrnehmen zu können, haben wir ein taktiles Leitsystem verlegt. Dieses erstreckt sich über die gesamte Ausstellung. Mit Rippen und Noppen werden blinde und sehbehinderte Menschen durch die Ausstellung geführt. Durch Aufmerksamkeitsfelder und Abzweigungen wird für sie ertastbar, welchen Weg sie laufen müssen und wo sich die Exponate befinden.

 

Quellen: www.landtag.nrw.de & www.land.nrw

Zur Nachhaltigkeit in Unternehmen gehört auch Inklusion

Zu oft wird das Thema Nachhaltigkeit nur im Kontext von Klima- und Umweltschutz verstanden. Die Vereinten Nationen (UN) haben 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (englisch: Sustainable Development Goals = SDGs) festgehalten, zu denen auch die Unterstützung von Menschen mit Behinderung beim Zugang zum Arbeitsmarkt gehört. Die Entwicklung von dazu passenden Merkmalen und die Aufklärung geschieht anhand des Projektes JOBinklusive.

Menschen mit Behinderung beim Zugang zum Arbeitsmarkt zu unterstützen und hierbei eine produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit zu ermöglichen ist das achte Ziel der SDGs.

 

Ausgleichsabgabe statt Inklusion

Die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Behinderung ist trotz der UN-Behindertenrechtskonvention immer noch doppelt so hoch als bei Menschen ohne Behinderung. In Behindertenwerkstätten arbeiten etwa 300.000 Menschen mit Behinderung für ein Taschengeld. Berührungsängste und Vorurteile von Seiten der Arbeitgeber*innen sowie die fehlende berufliche Qualifikation von Menschen mit Behinderung sind nur wenige der vielfältigen Ursachen.

Anstatt die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl von Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, bezahlen etwa 40.000 Unternehmen in Deutschland laut JOBinklusive die sogenannte Ausgleichsabgabe. Diese beträgt monatlich zwischen 125€ und 320€ pro unbesetzten Pflichtarbeitsplatz. Eine fehlende Vorstellungskraft, was Menschen mit Behinderung leisten können, oder das Unwissen über Unterstützungsmöglichkeiten sind angegeben Gründe, die Pflichtarbeitsplätze nicht zu besetzen.

„Ein Unternehmen gewinnt an Glaubwürdigkeit und Vertrauen, wenn es Diversität lebt und Menschen mit unterschiedlichsten Vielfalts-Dimensionen beschäftigt. Menschen mit Behinderung zu bedenken, trägt nicht nur zum guten Image bei, sondern auch dazu, dass eine neue Personengruppe als mögliche Beschäftigte erreicht wird und langjährige Mitarbeiter*innen gehalten werden“, heißt es auf der Projektseite.

Bereits jede*r zehnte in Deutschland lebt mit einer Behinderung (z.B. Beeinträchtigung des Hörens, Sehens, Gehens oder Lernens), 97% der Behinderungen werden im Laufe des Lebens erworben. „Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels sind Menschen mit Behinderung eine wichtige Zielgruppe, die in jeder guten Recruiting-Strategie mitberücksichtigt werden sollte.“

 

Barrierefreiheit wird demnächst Pflicht

Um Diversität zu leben, bedarf es sich einer barrierefreien Umwelt. Bisher sind viele Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen noch nicht barrierefrei nutzbar. Es fehle am nötigen Know-how, wie eine bessere Bedienbarkeit von Produkten gewährleistet, Barrieren in der Kommunikation abgebaut und Zugänge zu Gebäuden geschaffen werden kann. Die Barrierefreiheit von Gebäuden kommt aber nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Eltern mit Kinderwagen und Senior*innen mit Rollatoren zu Gute. Angepasste Bildschirmarbeitsplätze helfen nicht nur Personen, die ohnehin schon Probleme mit der Wirbelsäule haben, sondern kann diese auch individuell vermeiden und präventiv wirken. So kann es das Unternehmen von langen und teuren Personalausfällen bewahren.

Inklusion und Barrierefreiheit frühzeitig umzusetzen ist nicht nur aus dem sozialen Aspekt wichtig, sondern lohnt sich für Unternehmen auch aus Kostengründen, da Barrierefreiheit in naher Zukunft verpflichtend sein wird. Die bereits 2019 beschlossene EU-Richtlinie (der European Accessibility Act = EAA) wird 2022 in nationales Recht überführt und muss ab dem 28. Juni 2025 angewendet werden. Dazu verpflichtet werden grundsätzlich alle Wirtschaftsakteure der Europäischen Union (Einführer*innen, Händler*innen, Hersteller*innen von Produkten und Dienstleister*innen). Unternehmen, die weniger als zehn Personen beschäftigen und deren Jahresumsatz 2 Millionen Euro nicht überschreitet, sind ausgenommen. In den kommenden Jahren drohen bei Zuwiderhandlung saftige Geldstrafen.

 

Sustainable Business: ganzheitliche Strukturen nötig

Mithilfe kurzfristiger Initiativen, Kampagnen oder anlassbezogener Maßnahmen lassen sich der systematische Abbau von Barrieren in Unternehmen nicht verbessern. Vielmehr bedarf es ganzheitlicher Strukturen und klarer Verantwortlichkeiten, um nachhaltige Ressourcen in Unternehmen zu mobilisieren, so JOBinklusive. Themen der Barrierefreiheit und Inklusion sollten in übergeordneten Unternehmensstrategien wie etwa „Diversity-Strategien“ oder Corporate Social Responsibility (CSR) eingebunden und fest verankert werden.

Quelle 

 

taktiles Leitsystem für die blista

blista ist ein bundesweites Kompetenzzentrum für blinde und sehbehinderte Menschen, das sich teilweise oder sogar ausschließlich durch Spenden und Förderbeiträge finanziert. Sie ist besonders für die Bedürfnisse von Jung bis Alt ausgerichtet und baut Barrieren für ein selbstverständliches Miteinander in einer visuell geprägten Gesellschaft ab.
Gewährleistet wird dies mit dem einzigen grundständigen Gymnasium im deutschsprachigen Raum und den dezentralen Internaten, mit einem vielfältigen Montessori-Angebot (Kinderhaus, Grundschule, integrierte Sekundarstufenschule bis Klasse 10) für überwiegend se, hende Kinder, der Deutschen Blinden-Bibliothek und der Reha-Einrichtung. Zugleich ist sie eine offene und lebendige Bildungs- und Begegnungsstätte für Jung und Alt, die für eine hochqualifizierte Förderung steht und sorgfältig auf die individuellen Anforderungen, Potenziale und Interessen der Einzelnen abgestimmt ist.

Die Rehabilitationseinrichtung der blista (RES) ist eines der größten und vielfältigsten Reha-Zentren in Europa. Dort werden mit rund 60 teilweise selbst betroffenen Fachleuten Beratung, Schulung und Weiterbildung angeboten.

Außerdem ist die blista einer der größten Produzenten von Medien für blinde und sehbehinderte Menschen im deutschsprachigen Raum. Dazu zählen Braille-Druckereien, Materialien für den inklusiven Unterricht, Tastmedien, Pläne und Modelle, barrierefreie Kommunikation und eine Hörbücherei vor Ort. Zusätzlich gibt es Literatur für Jung und Alt: Brailleschrift- und Tastbücher sowie Hörbücher und Hörzeitschriften im DAISY-Format.

Um eine optimale Orientierung vor Ort zu gewährleisten und ein unnötiges Unfallrisiko zu vermeiden, haben wir ein taktiles Leitsystem verlegt. Dieses besteht aus Rippen, Noppen und Stufenkantenprofilen. So werden Gefahrenstellen wie Treppen ertastbar gemacht und das Risiko für Treppenstürze vermieden.

 

Zur Quelle und für weitere Informationen klicken Sie hier.
Hier finden Sie ein pdf mit weiteren Informationen: Sehbehindert oder blind, was tun?

Zukunft des inklusiven Sozialraums im Blick

 

Die “InitiativeSozialraumInklusiv” wurde 2018 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ins Leben gerufen. Diese soll mit Akteurinnen und Akteuren auf kommunaler und regionaler Ebene die Frage klären, wie wir unseren Sozialraum inklusiver gestalten können, damit Menschen mit und ohne Behinderung selbstbestimmt leben können. Mit der Durchführung betraut wurde die Bundesfachstelle Barrierefreiheit. In der erschienenen Gesamtdokumentation befinden sich Handlungsempfehlungen, die im Rahmen der Initiative erarbeitet worden sind. Die Dokumentation wurde bei der Abschlussveranstaltung der Initiative in Berlin vorgestellt und dem Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, übergeben. Sie bündelt die Ergebnisse mit Blick auf die Zukunft des inklusiven Sozialraums.

Gute Beispiele für die Gestaltung inklusiver Sozialräume wurden auf den Regionalkonferenzen in Braunschweig, Mainz, Rostock und Chemnitz präsentiert. Vor Ort bzw. online trafen sich Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen. Diskutiert wurden dabei unter anderem die Themen: Mobilität, Wohnen, Reisen sowie Unterstützung, Assistenz und Pflege.

Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, MdB:
„Die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen müssen immer mitgedacht werden – egal, ob es um Verkehrs-, Wohn-, Gesundheits- oder Kulturangebote geht. Die „InitiativeSozialraumInklusiv“ hat gezeigt, dass alle Menschen von einem gut zugänglichen Lebensumfeld profitieren.“

Dr. Volker Sieger, Leiter der Bundesfachstelle Barrierefreiheit:
„Die Dokumentation ist ein praktisches Nachschlagewerk, um lokale und regionale Ansätze für die Umsetzung eines inklusiven Sozialraums zu unterstützen. Die Bundesfachstelle wird das Thema weiterhin begleiten, damit Menschen mit Behinderungen ihr Leben so gestalten können, wie sie es sich wünschen.“

 

Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen als pdf finden sie hier.

Recht auf Teilhabe

Recht auf Teilhabe auch für ältere Menschen mit Seheinschränkungen verwirklichen

Berlin (kobinet). Die Corona-Pandemie hat bekannte Probleme sehbehinderter und blinder Seniorinnen und Senioren verschärft, so dass sie es in den vergangenen Monaten noch schwerer hatten, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Der ohnehin nicht einfache Zugang zu medizinischer Versorgung und zu therapeutischen Maßnahmen war zusätzlich massiv beeinträchtigt; viele der derzeit boomenden digitalen Angebote wie Online-Shopping und das Familientreffen per Videoplattformen sind nach wie vor nicht barrierefrei nutzbar. Darauf weisen der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Bundesarbeitergemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hin, die einen entsprechenden Forderungskatalog entwickelt haben.

Doch schon vor der Pandemie galt, dass die Folgen von Sehbehinderungen und Blindheit im Alter viel zu oft übersehen, unterschätzt und nicht hinreichend berücksichtigt werden. Das muss sich dringend ändern, verlangen der DBSV und die BAGSO. Im Rahmen einer Online-Pressekonferenz, die am 24. Juni anlässlich der 3. Fachtagung “Sehen im Alter” stattfand, haben DBSV-Präsident Klaus Hahn und Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO, gemeinsam ein Papier vorgestellt. Darin fordern beide Verbände die kommende Bundesregierung mit Nachdruck zu verstärkten Bemühungen in acht Themenfeldern auf.

“Mehr als 18 Millionen Menschen in Deutschland sind älter als 65 Jahre. Mit fortschreitendem Alter steigt auch das Risiko für Augenerkrankungen, die unerkannt oder unbehandelt zum Sehverlust führen können. Die Folgen für Betroffene sind teils fatal: viele ziehen sich zurück, was oft zu einer sozialen Isolation führt. Häufig fehlt es an geeigneten Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten”, heißt es in der Presseinformation der Verbände. “Im Grundgesetz Artikel 3 steht, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Das gilt selbstverständlich auch für blinde und sehbehinderte Menschen”, sagt Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO und ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Soziales.

Was geschehen muss, damit auch blinde und sehbehinderte Seniorinnen und Senioren ihr Recht auf gesellschaftliche Teilhabe ausüben können, haben DBSV und BAGSO in ihrem Forderungskatalog konkretisiert. Deutlichen Verbesserungsbedarf sehen beide Organisationen etwa in der augenärztlichen Versorgung von Menschen in Pflegeeinrichtungen. “Viel zu oft werden Seheinschränkungen in der Pflegte nicht erkannt, mit der Folge, dass zahlreiche sehbehinderte Menschen fälschlicherweise für renitent oder dement gehalten werden”, erklärt DBSV-Präsident Klaus Hahn. Hier gebe es eine Lücke in der Ausbildung des pflegenden und medizinischen Fachpersonals, die dringend geschlossen werden müsse, so der Münsteraner Jurist.

DBSV und BAGSO fordern außerdem qualifizierte Rehabilitationsangebote, die Betroffenen den Umgang mit einem Sehverlust erleichtern. “Wer einen Schlaganfall erleidet, hat danach Anspruch auf Rehabilitation, um mit der neuen Situation zurechtzukommen – was absolut Sinn macht”, erklärt der DBSV-Präsident. “Auch ein Sehverlust hat massive Auswirkungen auf den Alltag, und trotzdem gibt es bisher kein automatisch einsetzendes Reha-Programm, das die Menschen auffängt und sie unterstützt. Das muss sich dringend ändern!” Damit Seniorinnen und Senioren auch tatsächlich von neuen Präventionsangeboten und medizinischen Behandlungen profitieren können, müssten diese zudem auch bei ihnen ankommen. “Früherkennung und Behandlung dürfen nicht nur eine medizinische Möglichkeit sein, sie müssen auch überall im Land realisierbar sein”, so der BAGSO-Vorsitzende Müntefering.

Das Förderprogramm von DBSV und BAGSO enthält Vorschläge für Maßnahmen in acht Themenfeldern, in denen blinde und sehbehinderte ältere Menschen bislang viel zu oft Benachteiligungen erfahren. Das vollständige Dokument finden Sie hier.

Einen Beitrag zur Barrierefreiheit, auch in Hinblick auf Sturzprävention und Unfallverhütung, bietet Inclusion mit tollen Lösungen, die besonders für die wachsende Zielgruppe der älteren Menschen wichtig ist. Diese sind im Bestand nachrüstbar, die Wichtigkeit wurde bei der Fachtagung “Sehen im Alter” des Aktionsbündnisses deutlich.

 

Quelle

Verabschiedung des Barrierefreiheitsrecht: Kritik von den BAGSO-Mitgliedsverbänden

Der Bundestag hat am 20. Mai 2021 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) beschlossen, welcher eine europäische Richtlinie, den European Accessibility Act (EAA), umsetzt. Er soll dafür sorgen, dass bestimmte Dienstleistungen und Produkte barrierefrei werden. In erster Linie bezieht er sich auf digitale Dienstleistungen und Produkte. Bislang gibt es solche Vorgaben nur für staatliche Stellen, er richtet sich erstmals auch an private Wirtschaftsakteuere.

„Mutlos und unambitioniert“, findet der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) das neue Gesetz und kritisiert unter anderem „zu viele Schlupflöcher und unzumutbar lange Übergangsfristen“. Auch der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) bezeichnet den Gesetzentwurf als halbherzig. Ein barrierefreier Fahrkartenautomat nützt nichts, wenn er über Stufen zu erreichen ist. Der Sozialverband VdK sagt, er sei ein Schritt in die richtige Richtung, erfülle aber bei weitem nicht die Erwartungen. Es sei noch immer nicht allen politischen Entscheidungsträgern bewusst, dass gesellschaftliche Teilhabe ohne konsequente Barrierefreiheit nicht möglich sei, kritisiert der Sozialverband Deutschland (SoVD).

Durch die physischen Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie erfährt die Digitalisierung eine enorme Beschleunigung. Doch egal ob im privaten Umfeld, im Job oder im Gesundheitsbereich, die mangelnde Barrierefreiheit digitaler Angebote trifft gerade blinde und sehbehinderte Menschen hart. Eine umfassende und verbindliche Regelung für Barrierefreiheit ist daher wichtig. Es ist ein Menschenrecht, dass der Zugang zu Produkten und Dienstleistungen, die für die Allgemeinheit angeboten werden, gleichberechtigt und chancengleich ist. In Deutschland müssen somit nicht nur die Vorgaben des EAA umgesetzt werden, es ergibt sich auch eine Pflicht zum Handeln aus dem bereits 2009 ratifizierten Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK). Außerdem wird der innovative Wirtschaftsstandort Deutschland durch eine ambitionierte Umsetzung digitaler Barrierefreiheit gestärkt.

Die Forderungen:

  • stärkere Betonung des Nutzen barrierefreier Produkte und Dienstleistungen im Gesetz. Nur in Ausnahmefällen darf ein Absehen von der Bereitstellung barrierefreier Produkte und Dienstleistungen möglich sein.
  • Erweiterung des Anwendungsbereiches des EAA auf beruflich genutzte Produkte und Dienstleistungen, wo dies ohne wesentliche Mehrbelastung für die Wirtschaft möglich ist
  • zentral organisierte Marktüberwachung, die in der Lage sein muss, rechtlich, fachlich, personell und finanziell die Umsetzung von Barrierefreiheit systematisch und effizient zu kontrollieren und durchzusetzen
  • rechtliches Durchsetzen der Barrierefreiheit durch den Bedarf starker Instrumente, notfalls durch Klagen von Verbänden gegen Wirtschaftsakteure
  • Abkürzung der vorgesehenen Übergangsfristen von bisher bis zu 15 Jahren
  • Initiierung gesetzlicher Vorgaben für die Bereiche, für die der EAA keine ausdrücklichen Regelungen vorsieht. Dabei wird eingeschlossen die Bundesländer dazu zu drängen, die bebaute Umwelt einzubeziehen und flankierende Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit vorzusehen
    • Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel, damit eine systematische und effektive Marktbeobachtung durch Verbraucherschutzorganisationen mit der Expertise für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen aufgebaut und dauerhaft gewährleistet kann
    • Aufnahme der Barrierefreiheit und deren Umsetzung in die Ausbildungs- und Studienpläne, Prüfungsordnungen, Weiterbildungsprogramme und Schulungsmodelle aller Berufssparten als Lehrinhalt verpflichtend
    • alle Förderprogramme müssen verpflichtende Vorgaben zur Barrierefreiheit enthalten. Ein spezielles Förderprogramm sollte gezielt barrierefreie Innovationen adressieren
    • die Bewusstseinsbildung in den Unternehmen für das Thema Barrierefreiheit ist durch gezielte Kampagnen zu schärfen

 

Quelle

Weiterführende Links:

https://www.dvbs-online.de/index.php?option=com_content&view=article&id=314V

https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/pressemitteilung/82257/vdk_barrierefreiheitsstaerkungsgesetz_kann_nur_ein_erster_schritt_sein?dscc=essenc

 

Erstes barrierefreies Testzentrum

In Bonn-Mehlem werden neue Maßstäbe gesetzt
Bonn 01.06.2021, Testzentren gibt es mittlerweile viele, aber die wenigsten sind bislang barrierefrei. Das neue Testzentrum in der Mainzer Straße 151 im Bonner Ortsteil Mehlem setzt nun neue Maßstäbe, da die Belange von Menschen mit Behinderung umfassend berücksichtigt werden. „Uns ist wichtig, dass auch Menschen mit Einschränkungen unsere Testmöglichkeiten einfach und sicher nutzen können“ sagt der Leiter des Testzentrums Johannes Bongartz. „Leider wird diese Personengruppe in unserer Gesellschaft häufig nicht hinreichend berücksichtigt – das wollen wir besser machen.“ Vor der Eröffnung des Testzentrums wurde neben der Rampe für den rollstuhlgerechten Zugang auch ein taktiles Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen verlegt.

Barrierefreie taktile Markierungen sorgen für Abstand und Sicherheit
Bisher wurden Abstandsmarkierungen auf dem Boden vor allem eingesetzt, um die Diskretion zu wahren, etwa in Banken, Arztpraxen, Krankenhäusern oder an Schaltern und Automaten. Mit der Pandemie sind eineinhalb bis zwei Meter Abstand zur nächsten Person zur Regel geworden, um einer Infektion vorzubeugen – und das dauerhaft in jeder Verkaufs- und Beratungssituation. In öffentlichen Gebäuden, Geschäften und Supermärkten sind oft Markierungen aus Klebeband zu finden, die aber in der Regel nur kurze Zeit haften bleiben. Sie sind zudem durch Schmutz und Sohlenabrieb nach einiger Zeit kaum noch zu erkennen. Für blinde und sehbehinderte Menschen sowie ältere Menschen, bei denen die Sehkraft nachgelassen hat, sind Abstandsmarkierungen aus Klebeband häufig gar nicht erkennbar. Entsprechend haben diese Personengruppen Probleme dabei, den Mindestabstand richtig einzuschätzen. Die Lösung besteht im Einsatz von taktilen Markierungen, die bei einer Höhe von drei Millimetern mit den Füßen und dem Einkaufswagen wahrgenommen werden können, gleichzeitig aber flach genug sind, um nicht zur Stolperfalle zu werden.

Erfahrener Partner
Seit vielen Jahren entwickeln und produzieren wir, die inclusion AG aus Wesseling, taktile Markierungen (Bodenindikatoren), die als Bestandteil taktiler Leitsysteme blinden und sehbehinderten Menschen sichere Orientierung geben. Als Fachbetrieb für Barrierefreiheit bieten wir eine Vielzahl an Lösungen, damit alle barrierefreien Maßnahmen einfach, schnell und kostengünstig umgesetzt werden können. „Mit taktilen Markierungen lassen sich auch Farbleitkonzepte einfach und konsequent umsetzen“, sagt Markus Georg, Vorstandsvorsitzender der inclusion AG, und ergänzt: „Laufwege können zum Beispiel mit Leitstreifen in grüner Farbe gekennzeichnet werden, Wartezonen mit Gelb und mit Rot sensible Zonen oder Sperrbereiche, um den Besuchern eine intuitive Wegeführung anzubieten.“

Mangelnde Barrierefreiheit ist Diskriminierung
Menschen mit Einschränkungen haben das Recht auf umfassende Teilhabe. Die Forderung danach ist ein notwendiger Schritt in Richtung Inklusion. Obwohl in Deutschland bereits im März 2009 das von den Vereinten Nationen drei Jahre zuvor verabschiedete „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung” (UN-BRK) in Kraft getreten ist, gibt es in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens noch erheblichen Nachholbedarf in Hinblick auf die allgemeinen Grundrechte. Eine wesentliche Forderung ist, dass alle öffentlich zugänglichen Bauten gemäß der UN-Konvention barrierefrei herzustellen sind. Dabei werden für Menschen mit Behinderung keine Sonderlösungen gefordert. Das Ziel sollte ein „Design für Alle“ sein, das die Nutzung für alle Personen ermöglicht – ohne individuelle Anpassung oder besondere Assistenz.
Im Rahmen der Maßnahmen gegen Covid-19 wurden bzw. werden bundesweit Impf- und Testzentren eingerichtet und betrieben. „Um allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu ermöglichen, muss die barrierefreie Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit dieser Impfzentren gewährleistet sein“, so die Forderung von EDAD – Design für Alle Deutschland e. V.
EDAD begrüßt grundsätzlich, dass die Handlungsempfehlung „Hinweise für die Einrichtung und den Betrieb barrierefreier Corona-Impfzentren“ von der Bundesfachstelle Barrierefreiheit verfasst wurde. Eine Arbeitsgruppe der EDAD hat diese Anleitung um wichtige Ergänzungen erweitert und Aspekte des Designs für Alle kommentiert. Die Informationen sind abrufbar unter www.design-fuer-alle.de/barrierefrei-zugaengliche-impfzentren-im-design-fueralle. Wünschenswert wäre es, wenn sich alle Impf- und Testzentren mit diesem wichtigen Thema beschäftigen würden.
Das Testzentrum ist an Werktagen von 8.00 – 20.00 Uhr geöffnet und mit dem ÖPNV unkompliziert zu erreichen. Details unter www.smartcovid.de

 

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6. Juni: Sehbehindertentag – Poller als Stolperfalle

In Deutschland gibt es laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als eine Millionen sehbehinderte Menschen. Der Deutsche Blinden- uns Sehbehindertenverband DBSV hat im Jahre 1988 einen eigenen Aktionstag eingeführt, um auf die Bedürfnisse dieser Menschen aufmerksam zu machen. Dieser findet jährlich am 6. Juni zu einem bestimmten Thema statt. Dieses Jahr steht er unter dem Thema: Pollermützen für mehr Sicherheit auf Gehwegen.

Mit dieser Aktion macht der DBSV, zusammen mit der Selbsthilfeinitiative PRO RETINA Deutschland, zum diesjährigen Sehbehindertentag darauf aufmerksam, dass eine kontrastreiche Gestaltung von Pollern vor Unfällen schützt. Auf Gehwegen in ganz Deutschland wird man rund um den Sehbehindertentag Poller, die normalerweise grau und somit schwer zu erkennen sind, mit leuchtend rot-weiß geringelten Mützen finden.

Am häufigsten werden Poller im Straßenraum als Hindernis für Kraftfahrzeuge zur Freihaltung von Fußgängerbereichen, wie Gehwegen und Fußgängerzonen sowie Radwegen, eingesetzt. Eine Anordnung von Pollern entlang des fahrbahnseitigen Geh- oder Radwegrandes verhindert ein Zuparken, das Aufstellen der Poller quer über die nutzbare Gehwegbreite verhindert ein unerlaubtes Befahren des Gehweges für Fahrzeuge. Besonders aus der Sicht älterer und mobilitätseingeschränkter Fußgänger ist für eine sichere und hindernisfreie Fortbewegung eine Absperrung mit Pollern möglichst zu vermeiden.

Der Hintergrund der Aktion sind Unfälle, die häufig passieren, weil Hindernisse sich nicht kontrastreich von ihrem Umfeld abheben. Besonders für Menschen mit einer Sehbehinderung stellen die grauen Poller eine Gefahr dar. Eingesetzt werden sie im Straßenraum am häufigsten als Hindernis für Kraftfahrzeuge zur Freihaltung von Fußgängerbereichen wie Gehwegen, Fußgängerbereichen und Radwegen. Eine Anordnung von Pollern entlang des fahrbahnseitigen Geh- oder Radwegrandes verhindert das Zuparken, das Aufstellen quer über die nutzbare Gehwegbreite hingegen verhindert ein unerlaubtes Befahren des Gehweges für Fahrzeuge.

Oftmals werden die Poller durch die geringe Höhe und ihre häufig fehlende visuelle und taktile Kennzeichnung übersehen und insbesondere von blinden und sehbehinderten Fußgängern nicht rechtzeitig wahrgenommen. Auch zu geringe Abstände zwischen den Pollern stellen regelrechte Hindernisse dar. Sie bilden eine massive Barriere für Rollstuhl- und Rollatornutzer*innen. Daraus ergeben sich Gefährdungen, die nicht selten zu schmerzhaften Verletzungen führt.

Deshalb hat der DBSV seine Mitgliedsorganisationen und -einrichtungen zu einer bundesweiten Aktion aufgerufen, die vom Wollhersteller Schachenmayr unterstützt wird. Außerdem beteiligen sich viele sehbehinderte Menschen daran.

Bei der unvermeidbaren Verwendung von Pollern, müssen sie so gestaltet und angeordnet werden, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Um diese Anforderung zu erfüllen ist sicher zu stellen, dass sie leicht und rechtzeitig für alle FußgängerInnen eindeutig wahrnehmbar sind. Dies gilt auch bei Dunkelheit und schlechten Witterungsbedingungen. Insbesondere für sehbehinderte Verkehrsteilnehmer*innen sind visuelle Kennzeichnungen an Pollern wichtig, denn diese Menschen verfügen häufig über eine herabgesetzte Kontrastempfindlichkeit. Nicht selten kommt es zu Zusammenstößen, die zu schmerzhaften Verletzungen führen, da sich Poller in dezenten Farbgebungen nicht ausreichend kontrastieren abzuheben. Für blinde Verkehrsteilnehmer*innen müssen sie, insbesondere wenn sie quer zur Gehrichtung über die nutzbare Gehwegbreite angeordnet sind, taktil wahrnehmbar gekennzeichnet sein.

Als Fachbetrieb für Barrierefreiheit sind wir besonders darum bemüht, auf diesen Tag und die alltäglichen Probleme von blinden und sehbehinderten Menschen, sowie jenen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, hinzuweisen. Unsere Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Sehen, Kontraste, Orientierung, Mobilität, Leitsysteme, Taktilität, Treppensicherheit, Sturzprävention, Unfallverhütung und barrierefreie Entfluchtung. Wir begrüßen diese diese Aktion, die auf die Notwendigkeit von Kontrasten hinweist. Dies ist nicht nur wichtig für Menschen mit Seheinschränkung, Kontraste sind für Alle wichtig. Insbesondere an Treppen ist eine kontrastreiche Stufenmarkierung wichtig. Inclusion leistet hier entsprechende Aufklärungsarbeit, um diesen Unfallschwerpunkt zu entschärfen.

 

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Weltkindertag – Barrierefreie Kindergärten

Zweimal im Jahr gibt es in Deutschland den Weltkindertag, einer davon ist am 01. Juni.

Der Kindertag soll auf die Rechte und Bedürfnisse von Kindern aufmerksam machen. Nach unserer Auffassung spielen hier Inklusion und Barrierefreiheit eine große Rolle.

Nachdem wir uns bereits für Barrierefreiheit in Schulen (weitere Infos finden Sie hier) stark gemacht haben, widmen wir uns mit einer neuen Broschüre dem Thema Kindertagesstätten und Kindergärten.

Kitas und Kindergärten stellen sich darauf ein, Kinder in all ihrer Verschiedenheit zu unterstützen und zu fördern. Eine wichtige Grundlage dabei ist das Herstellen einer barrierefreien Umgebung. Für Eltern und Kinder ist es wichtig, dass diese barrierefreie Umgebung frühzeitig vorhanden ist – im besten Fall von Anfang an, damit es nicht die Einschränkungen eines Kindes sind, die im Vordergrund stehen. Außerdem haben Eltern die Gewissheit, dass ihr Kind auch dann unterstützt wird, wenn eine Einschränkung plötzlich auftritt, beispielsweise als Folge eines Unfalls.

Für die Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindergartenbetreuung, mit dem Schwerpunkt auf einer qualitativ hochwertigen, ganztägigen Betreuung, gibt es seit Januar 2019 das Gute-Kita-Gesetz. Unter anderem zählen die Ausstattungsinvestitionen, die der gesundheitlichen Versorgung, Maßnahmen der Inklusion sowie der Förderung der sprachlichen Bildung dienen, zu den Förderzielen. Kindergerechte Räume, die allen Kindern gerecht werden, und Außenflächen sowie eine vielfältige pädagogische Arbeit zählen zu den Handlungsfeldern, die bezüglich der Barrierefreiheit und Inklusion besondere Relevanz besitzen. Außerdem sind die Handlungsfelder gesundes Aufwachsen, betrifft neben der gesunden Ernährung und Gesundheitsausbildung auch die Bewegungsförderung, und sprachliche Bildung zu berücksichtigen.

Auch für Eltern mit Behinderung muss ein barrierefreier Zugang möglich sein.

Über Fördermöglichkeiten und die einfache Umsetzung informieren wir in der beiliegenden Broschüre: Flyer Kita

 

 

Sollten Sie Fragen haben, zögern Sie nicht mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir sind ein Fachbetrieb für Barrierefreiheit. Unsere Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Sehen, Kontraste, Orientierung, Mobilität, Leitsysteme, Taktilität, Treppensicherheit, Sturzprävention, Unfallverhütung und barrierefreie Entfluchtung.

Die Quelle und weiterführende Infos zu dem Gute-Kita-Gesetz finden Sie hier.

Sendung mit der Maus Spezial

Wie geht das, Lernen ohne sehen zu können?

“Die Sendung mit der Maus – Spezial” zeigt, wie Kinder, die blind sind oder mit einer Seheinschränkung leben, in der Schule lernen. Ausgestrahlt wird die Folge am Sonntag, den 30. Mai im Ersten um 9.30 Uhr und auf KiKa um 11:30 Uhr. Außerdem ist die Folge in der ARD-Mediathek und im KiKa-Player verfügbar.

Auf der Reise in ihre Geburtsstadt entdeckt die Maus-Reporterin Jana Forkel Marburg, die als blindenfreundlichste Stadt gilt, von einer neuen Seite. Bereits am Bahnhof hält sie sich an Handläufen fest und spürt die Punkte und Markierungen, mit deren Hilfe sich alle zurechtfinden können, die nicht sehen können.

Einen Tag lang begleitet Jana Vanessa in Marburg zur Schule. Vanessa und ihre Mitschüler*innen Diana, Chiara, Jason, Kaja und Selina gehen in die gleiche Stufe und sind alle blind oder haben eine Sehbehinderung. Um zusammen zu lernen ist z.B. das 3D-Labor der Schule wichtig. Dort wird mit Hilfe von Laser-Cuttern, Punktschriftdruckern und Tiefziehmaschinen eine Schulbuchseite in eine Tastfolie verwandelt, damit es für Vanessa leichter lesbar wird.

Barrierefreiheit und Behinderungen sind für die “Sendung mit der Maus”, und gerade für uns, immer wieder ein Thema. Seit 2018 sind die Lach- und Sachgeschichten barrierefrei, mit Audioskripten, Gebärdensprache und Untertiteln unter die-maus.de und in der ARD-Mediathek verfügbar.

„Die Sendung mit der Maus – Spezial: Vanessas Schule“ ist eine Produktion des WDR (Autorin: Birgit Quastenberg).

Verantwortlicher Redakteur ist Joachim Lachmuth (WDR)

Schule für alle dank Inklusion

Seit ihrer Gründung engagiert sich die Aktion Mensch für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft, wobei die Bildung eine zentrale Rolle spielt.

Deutschland hat sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit dem 26. März 2009 gilt, dazu verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem zu etablieren. Die in der Konvention beschriebenen Bedingungen müssen geschaffen und durch Schulgesetzte etabliert werden, dazu sind die politischen Verantwortlichen aufgefordert. Mehr Personal, eine gut organisierte Aus- und Fortbildung sowie fachlich gut ausgebildete Pädagog*Innen, die auf die besonderen Bedürfnisse von Schüler*Innen mit verschiedenen Behinderungsformen eingehen können, sind wichtig, damit Vielfalt als Bereicherung erlebt wird. Inklusion ist ein Prozess, es gibt kein allgemeingültiges Rezept.

Täglich werden in Schulen inklusive Praktiken angewendet, die oft nicht dem Thema Inklusion zugeordnet sind. Auf diesen lässt sich aufbauen.

Durch inklusive pädagogische Ansätze werden soziale Kompetenzen und gegenseitiger Respekt gefördert. Es wird niemand mehr vom Lernen ausgeschlossen, Vielfalt in Bildung und Erziehung als Bereicherung für alle werden betont. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist für Schulen und Pägagog*Innen Herausforderung und Chance zugleich. Eine Chance, durch das Etablieren eines Schulsystems gemeinsam mit allen Beteiligten, den Anforderungen an eine “Schule für alle” gerecht zu werden.

 

Die Bereitschaft zur Veränderung werden für den Inklusionsprozess vorausgesetzt. Die Grundlage um inklusive Strukturen zu schaffen, ist neben einem Bewusstseinswandel in der Gesellschaft Aufgabe der Verantwortlichen in Politik und Schulverwaltung. Die konkreten Bedingungen für das Gelingen einer inklusiven Schule lauten:

• Anpassung des Personalbedarfs durch die Beschäftigung zusätzlicher Lehrkräfte und Schulassistenzen
• Zusammenarbeit von Lehrer*innen und Pädagog*innen in multiprofessionellen Teams (Fachleute mit Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Behinderungsformen arbeiten zusammen und gehen auf besondere Bedürfnisse der Schüler*innen ein)
• Fachliche Fort- und Weiterbildungen
• Bauliche, technische und digitale Barrierefreiheit
• Flexible schulorganisatorische Rahmenbedingungen (z.B. Blockunterricht, individuelle Pausenzeiten, verlängerte Einzelstunden)
• Reflexion der Einstellungen und Haltungen der Lehrkräfte und aller an Schule Beteiligter wie Schüle*innen und
Eltern (zu gelingender sozialer Integration, Teamarbeit und zur Übernahme von gemeinsamer Verantwortung)
• Didaktische Rahmenbedingungen basierend auf der Erkenntnis, dass Entwicklung und Lernen selbstbestimmte, konstruktive, soziale und entwicklungslogische Prozesse sind und jedes
Kind auf Anerkennung, Dialog, Kommunikation und Kooperation angewiesen ist
• Angebot dialogischer, kooperativer, offener Lernformen und Differenzierungen (das heißt der Lehre*innen sind Lernbegleiter*innen, die Kompetenzen individuell fördern und bewerten)

 

Damit die Teilnahme und Teilhabe aller gelingen kann, definiert der “Index für Inklusion” drei miteinander verbundene Dimensionen, mit denen sich Schulen und Pädagog*innen auseinander setzen sollten.

  1. Inklusive Kulturen schaffen: „Diese Dimension zielt darauf ab, eine sichere,
    akzeptierende, zusammen arbeitende und anregende Gemeinschaft zu schaffen (…).“
    Orientierungsfrage: Sind Informationen über die Schule für alle
    zugänglich und verständlich, in verschiedenen Sprachen bzw. in einfacher
    Sprache, in Braille, auf verschiedenen Medien (CD, Kassette), in Großdruck?
  2. Inklusive Strukturen etablieren: „Diese Dimension soll absichern, dass Inklusion als Leitbild alle Strukturen einer Schule durchdringt.
    Orientierungsfrage: Gibt es Möglichkeiten für alle Lehrer*innen (einschließlich neuer Mitarbeiter*innen), sich über ihre Fähigkeiten und Sachkenntnisse in Bezug auf Inklusion auszutauschen?
  3. Inklusive Praktiken (weiter-)entwickeln: „Unterricht entspricht der Vielfalt der
    Schüler*innen. Sie werden dazu angeregt, dass sie aktiv auf alle Aspekte ihrer
    Bildung und Erziehung Einfluss nehmen (…).”
    Orientierungsfrage: Wird der Unterricht so angepasst, dass Schüler*innen mit körperlichen und Sinnesbeeinträchtigungen z.B. auch im Sportunterricht, in Hauswirtschaft oder Physik Wissen und Fertigkeiten erwerben zu können?

 

Neben diesen Dimensionen ist außerdem eine gute Orientierung wichtig. Als Hersteller taktiler Leitsysteme und Stufenmarkierungen haben wir in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Projekten begleitet, bei denen es um die Gestaltung eines barrierefreien Arbeits-, Lern oder Wohnumfeldes für blinde und sehbehinderte Menschen ging. Auch viele Förder-, Regel-, Berufsschulen und -kollegs nutzen bereits taktile Leitsysteme und weitere Produkte aus dem inclusion-Programm. Geeignet sind die Produkte für den Einsatz an Schulen vor allem deshalb, weil sie verschleißfest und montagefreundlich sind. Die Montage wird im Normalfall ohne Störung des Lernbetriebs durchgeführt.

Auch Schüler*innen ohne Seheinschränkungen profitieren von barrierefreien Maßnahmen, denn durch Aufmerksamkeitsfelder und Stufenmarkierungen können Unfälle und Stürze an Treppen vermieden werden. Außerdem ist zu beachten, dass viele Einschränkungen auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Oft können sehbehinderte Schüler*innen Umrisse bei guten Lichtverhältnissen noch erkennen, verändern sich diese Licht- oder Kontrastverhältnisse aber, treten Schwierigkeiten bei der Orientierung auf und das Risiko von Unfällen nimmt zu.

Die Vorteile sind dabei eindeutig. Das System kann im Bestand nachgerüstet und sukzessiv erweitert werden. Es ist durch das Verkleben anstelle von aufwändigen Bohrarbeiten Montagefreundlich. Auch die Reinigung ist unkompliziert, einfach maschinell oder manuell. Zuletzt überzeugen Material- und Farbauswahl. Im Programm sind sowohl Bodenindikatoren aus Edelstahl und Messing als auch aus dem bruchfesten Hochleistungskunststoff Desmopan®, der ohne Weichmacher auskommt. Die Leitsysteme aus Desmopan® sind in sämtlichen RAL-ähnlichen Farben lieferbar.

 

Zum Praxisheft der Aktion Mensch gelangen Sie hier.

Weitere Infos zum Projekt “Barrierefreie Schule” finden Sie hier.

Beschlüsse zur Stärkung des Fußverkehrs

Die Verkehrsministerkonferenz der Bundesländer hat sich für Änderungen an Gesetzen, Vorschriften und Richtlinien “zur Erhöhung der Sicherheit und Attraktivität des Fußverkehrs” ausgesprochen. “Der Fußverkehr wird gestärkt und als gleichberechtigter Verkehrsmodus anerkannt”, heißt es im einstimmig beschlossenen Papier berichtet der FUSS e.V.

Die inclusion AG hofft, dass in diesem Zusammenhang auch die Belange von Fußgängern mit Seheinschränkung stärker berücksichtigt werden, denn momentan spielen Fußgänger im Verkehrsrecht nur eine Nebenrolle. Außerdem sollen die Sicherheitsaspekte im Fußverkehr stärker in den Fokus kommen. Es geht um freie, sichere und breite Wege, Tempolimits auf der Fahrbahn und den Fußgänger-Grünpfeil, der das Gehen auch bei Rot erlaubt.

„Sogenannte Aufmerksamkeitsfelder aus taktilen Bodenindikatoren zeigen z.B. Niveauwechsel wie Treppen oder Gefahrenstellen an und sind nicht nur für Menschen mit Sehproblemen wichtig, um Unfälle zu vermeiden“, sagt Markus Georg (unser Vorstandsvorsitzender).

Auch das Auffinden von gesicherten Querungssstellen wie z.B. Zebrastreifen oder Ampeln ist ohne taktile Auffindestreifen für Menschen mit fehlendem Sehvermögen fast unmöglich, vor allem in unbekannter Umgebung. Dabei können sowohl Aufmerksamkeitsfelder wie auch Auffindestreifen einfach im Bestand ohne großen Aufwand nachgerüstet werden. Die kontrastreichen und witterungsbeständigen Elemente werden einfach aufgeklebt

Gemeinsam mit dem FUSS e.V. hofft inclusion, dass diese positiven Änderungen zügig umgesetzt werden.

Das Papier der Verkehrsministerkonferenz ist Grundlage für eine Reform der Straßenverkehrsordnung und anderer Regeln, die nach der Bundestagswahl in Gang kommen sollen. FUSS e.V. begrüßt den Vorstoß. Es ist ein kleiner Schritt auf dem Papier, aus dem ein großer Schritt für die 80 Millionen Gehenden im Land werden kann. Nach hundert Jahren Benachteiligung geht es endlich in die richtige Richtung. Besonders ältere Menschen, Kinder und Behinderte brauchen freie Wege und sichere Kreuzungen, berichtet der FUSS e.V., der im August 2020 das Papier “Verkehrsrecht auf die Füße stellen, 66 Schritte zu fairen Regeln” publizierte.
Hiervon hat die Verkehrsministerkonferenz zwar vieles nicht oder nur abgeschwächt übernommen, aber jeder Fortschritt zählt.

Schon 2014, beim ersten Fußverkehrskongress in Wuppertal, ging es um mehr Sicherheit und eine stärkere Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Einschränkungen. Ausgestattet mit Simulationsbrille und Langstock konnten die Teilnehmenden für einen kurzen Moment erfahren, wie hilfreich taktile Leitsysteme bei der Orientierung sind.

 

Weitere Infos finden Sie hier.

 

 

Caritas fordert mehr Barrierefreiheit in der medizinischen Versorgung

Bezüglich des Europäischen Tages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 05.05.2021 mahnt die Caritas mehr Barrierefreiheit an, bei der es nicht nur im den Zugang zu Praxen geht.

Caritas-Vorstandsmitglied Eva Welskop-Deffaa sagte: “Wir fordern, dass der Neubau von Arztpraxen zwingend barrierefrei erfolgen muss und dass der barrierefreie Umbau bestehender Praxen gesetzlich gefördert wird”. Der katholische Wohlfahrtsverband erklärte, dass der Zugang zu Praxen und Krankenhäusern, aber auch zu medizinischer Aufklärung und Informationen für Menschen mit Behinderung oft erschwert bis gar unmöglich ist.

 

Barrierefreiheit auch für Zugang zu Informationen 

Welskop-Deffaa meinte weiter, dass es mit Aufzügen und breiten Türen nicht getan sei. Der barrierefreie Zugang zu medizinischer Versorgung heißt auch, dass die Informationen und Aufklärungen verständlich sind und dass genug Zeit für Patientengespräche eingeplant werden.

Außerdem gehört die Umsetzung des Patient*Innen-Rechtes, bei Bedarf eine Begleitperson im Krankenhaus dabei zu haben, dazu. Johannes Magin, Vorsitzender des Fachverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP), erklärte “Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung brauchen häufig eine individuelle Begleitung durch eine Assistenzperson im Krankenhaus.”

 

Verbände drängen auf finanzielle Hilfe für Begleitung und Assistenz 

Die CBP dringt zusammen mit weiteren Fachverbänden auf eine Finanzierung der Begleitung und Assistenz für Menschen mit Behinderung im Krankenhaus. Fünf Verbände, darunter die Lebenshilfe und der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe, erklärten gemeinsam, dass die Situation nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie und damit vermehrte Krankenhausaufenthalte verschärft wurde. Sie vertreten nach eigenen Angaben zusammen etwa 90 Prozent der Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und sind der Meinung, die Kostenübernahme müsse noch vor der Bundestagswahl im September gesetzlich geregelt werden.

Bislang bekommen Betroffene nur bei einer Organisation im sogenannten Arbeitgebermodell finanzielle Hilfe für die Begleitung. Bei dem Arbeitgebermodell wird die Person, die Unterstützung benötigt, zum Arbeitgeber und der Assistenz zum Arbeitnehmer mit allen damit zusammenhängenden Rechten und Pflichten. Schon lange wird eine Änderung gefordert, auch Bundestag und Bundesrat hatten sich mit dem Thema befasst. Zudem wurde die Koalition von mehreren Beauftragten der Bundesregierung aufgefordert, die Frage noch vor der Wahl zu regeln.

Quelle

 

05.Mai: Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

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Jährlich am 05. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt, welcher 1992 von den Interessensvertretungen Selbstbestimmt Leben Deutschland (ISL) ins Leben gerufen wurde. Parallel dazu findet heute der Europatag des Europarates statt, womit gezeigt werden soll, dass alle Menschen europaweit gleichgestellt sein sollten.

 

Das Ziel ist es, Grundlagen für eine Gleichstellung behinderter Menschen zu schaffen. Die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit soll Stück für Stück überwunden werden. Nur mit umfassender Barrierefreiheit kann Teilhabe gestaltet werden, weshalb uns dieser Tag als Fachbetrieb für Barrierefreiheit besonders am Herzen liegt.

 

Mangelnde Barrierefreiheit ist eine Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, die Forderung danach ist ein notwendiger Schritt in Richtung Inklusion.

In Deutschland trat am 26. März 2009 das von den Vereinten Nationen drei Jahre zuvor verabschiedete “Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung” (UN-BRK) in Kraft. Dieses enthält 50 Artikel, in denen die allgemeinen Grundrechte im Hinblick auf Menschen mit Behinderung ausdrücklich formuliert werden. Dabei ist der Zweck die Förderung, der Schutz und die Gewährleistung des gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Menschen mit Behinderung, sowie die Förderung der Achtung der ihnen innenwohnenden Würde. Es ist die erste allgemeine Rechtsnorm, die bestehende Menschenrechte konkret auf die Situation von Menschen mit Behinderung bezieht. Menschen mit Behinderung sind selbstbestimmte Bürgerinnen und Bürger, keine Objekte gesellschaftlicher Fürsorge.

04. Mai: Florianitag

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Am 04. Mai wird an den heiligen Florian gedacht. Insbesondere wird der Tag von den Feuerwehren in Österreich gefeiert. Die Verkehrung des Heiligen Florian geht bis auf in die Gründungszeiten der Feuerwehren zurück.

 

Wer war der heilige Florian? 

Der heilige Florian war Offizier der römischen Armee und Oberbefehlshaber einer Einheit zur Feuerbekämpfung. Anfangs war er der Patron der Krieger, wurde aber im 16. Jahrhundert zum Helfer in Feuer- und Wassergefahr. Aus diesem Grund gilt er bis heute als Schutzpatron der Feuerwehren. 

 

Symbolik 

Als Symbol der Unterstützung gelten das rote und blaue Band, die mit den Elementen Feuer und Wasser assoziiert werden. Aufmerksam gemacht wird an diesem Tag auf die oft lebensbedrohlichen Einsätze der Feuerwehren. 

 

Wie ist die Verbindung zu inclusion? 

Ein großes Thema, gerade bei Bränden, ist die Entfluchtung. Wir wollen daran erinnern, dass Menschen mit Einschränkungen eine barrierefreie Selbstrettung im Brandfall verwehrt wird. Es ist nicht zumutbar, dass Menschen mit Einschränkungen in „brandgesicherten Bereichen“ für den Zwischenaufhalt auf Rettung warten müssen und ihnen der erste Fluchtweg entzogen wird. 

 

Seheinschränkungen in Deutschland 

Leider wird die Häufigkeit von Seheinschränkungen in Deutschland oft unterschätzt.
Hierzu gibt es nun die Gutenberg-Gesundheitsstudie bei der nun Daten zur Häufigkeit der drei größten Augenerkrankungen vorliegen: Altersabhängige Makula-Degeneration, Glaukom (Grüner Star) und Diabetische Retinopathie.
Es sind die ersten Zahlen, die sich auf eine groß angelegte und in Deutschland durchgeführte Untersuchung einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe stützen können.

In Deutschland beträgt demnach bezogen auf die Gesamtbevölkerung der

– Anteil der Menschen mit altersabhängiger Makula-Degeneration (Spätstadien) 0,58 Prozent (also ca. 480.000 Betroffene)

– Anteil der Menschen mit altersabhängiger Makula-Degeneration (Frühstadien) 8,38 Prozent (also ca. 6.938.000 Betroffene)

– Anteil der Menschen mit Glaukom 1,11 Prozent (also 919.000 Betroffene)

– Anteil der Menschen mit Diabetischer Retinopathie 1,53 Prozent (also 1.267.000 Betroffene)

(21,7 Prozent der Personen mit bekanntem Diabetes in Deutschland)

Nach einer Umfrage unter 596 Einrichtungen mit Menschen mit Behinderung hat es in über 20% von ihnen schon mindestens einmal gebrannt. Der Handlungsbedarf an barrierefreien Brandschutzkonzepten unterstützt alle Betroffenen in Notsituationen. So helfen Sie z.B. auch Senioren und Kindern bei der Orientierung. 

 

Warum inclusion? 

Als Fachbetrieb für Barrierefreiheit haben wir das Ziel die Barrierefreiheit nachträglich und kostengünstig im Bestand oder bei Neubauten zu verbessern. Unsere Schwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Sehen, Kontraste,  Orientierung, Mobilität, Leitsysteme, Taktilität, Treppensicherheit, Sturzprävention, Unfallverhütung und Entfluchtung. 

28.04.2021

28.04: Welttag für Gesundheit am Arbeitsplatz – Treppenstürze vermeiden

Dass Treppen eine nicht unerhebliche Gefahrenstelle in Betrieben sind, wird oft unterschätzt. Wir haben drei Tipps für Sie und zeigen Ihnen in fünf Schritten, wie Sie Treppenunfälle vermeiden und mehr Sicherheit für Mitarbeitende schaffen können.

Die meiste Zeit des aktiven Tages verbringt der Mensch am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin. Und dort lauern Gefahren, die als solche oft nicht wahrgenommen werden: Treppen. Dabei ist das Treppengehen alltäglich. Von Kindesbeinen an gelernt und täglich mehrfach praktiziert. Dennoch gibt es regelmäßig gefährliche Treppenstürze, die sogar tödlich enden können. Was viele nicht wissen: Die Zahl der tödlichen Treppenunfälle in Deutschland übersteigt die Zahl der Verkehrstoten bei Motorradunfällen.

 

Stufenmarkierungen und Aufmerksamkeitsfelder

Treppenstürze haben also nicht selten schwerwiegende Folgen. Neben den gesundheitlichen Folgen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen Unternehmen und Betriebe mit den Ausfallzeiten umgehen – dabei ließe sich ein Teil der Treppenstürze mit einfachen Maßnahmen vermeiden und sich gleichzeitig die Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen verbessern. Beispiel: Ein sogenanntes Aufmerksamkeitsfeld vor einer Treppe zeigt eine Gefahrenstelle frühzeitig an und warnt so alle Personen, die die Treppe benutzen (müssen). Aufmerksamkeitsfelder spielen neben kontrastreich markierten Stufen eine wichtige Rolle bei Unfallverhütung und Sturzprophylaxe.

 

Verkehrssicherungspflicht und Barrierefreiheit

Alle öffentlich zugänglichen Gebäude sollten wegen der Verkehrssicherungspflicht barrierefrei sein.

Schon lange gilt, dass die technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR), welche die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) konkretisieren, auch Belange der Barrierefreiheit regeln.

Hierzu gehören nicht nur Vorgaben, die für Beschäftigte mit Behinderung zu beachten sind. Auch in der DIN 18040-1 werden Maßnahmen beschrieben, um die Sicherheit an Treppen zu erhöhen. Sind Arbeitsstätten oder deren Teilbereiche öffentlich zugänglich, gilt neben der Arbeitsstättenverordnung auch die DIN 18040-1. Bereiche mit Publikumsverkehr gelten dann als öffentlich zugängliche Gebäude, z. B. Verwaltungs- oder Bürogebäude mit Publikumsverkehr.

Hält der Arbeitgeber die Technischen Regeln ein, kann er davon ausgehen, dass „die entsprechenden Anforderungen der Verordnungen erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.” (Quelle: ASR V3a.2, zuletzt geändert im Juni 2016)

Praktisch heißt das u. a. in der ASR, dass die erste und letzte Stufe des Treppenlaufs mindestens an der Stufenvorderkante visuell kontrastierend gestaltet und erkennbar sein muss und die Handläufe sich visuell kontrastierend vom Hintergrund abheben sollten.

 

Gefahrenstelle: Treppe

Menschen stürzen an und auf Treppen vor allem deshalb, weil die Übergange der Stufen kaum sichtbar sind. Wir haben deshalb für diesen Gefahrenbereich ein kontrastreiches und rutschhemmendes Stufenprofil (L-Profil) entwickelt. Der Vorteil: Setz- und Trittstufe werden gleichzeitig markiert und sind so für alle besser und früher zu erkennen – unabhängig davon, ob man sich am oberen oder unteren Ende einer Treppe befindet.

 

Drei Tipps für Treppensicherheit im Betrieb 

  1. Tritt- und Setzstufe sollten markiert werden, möglichst kontrastreich zum Bodenbelag.
  2. Markieren Sie mindestens die erste und letzte Stufe, vorzugsweise alle Stufen. Bei drei Stufen muss jede Stufe markiert werden.
  3. Aufmerksamkeitsfelder mit Noppenstruktur über die gesamte Treppenbreite warnen rechtzeitig vor der Gefahrenstelle Treppe.

 

Fünf Schritte für mehr Treppensicherheit am Arbeitsplatz

 Das Nachrüsten der Barrierefreiheit mit Produkten aus dem inclusion-Programm ist nachhaltig, kostengünstig und kann auf Wunsch selbst vorgenommen werden. Wenn Sie keine Beratung benötigen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Messen Sie die Breite der Treppe und zählen Sie die Anzahl der Stufen.
  2. Schicken Sie uns ein Foto der Treppe, damit wir uns einen Eindruck vom Erhaltungszustand und der Farbe verschaffen können.
  3. Wählen Sie das gewünschte Material: Hochleistungskunststoff Desmopan®, Aluminium oder Edelstahl.
  4. Wählen Sie die gewünschte Farbe und bei den Aufmerksamkeitsfeldern das gewünschte Format (Noppenplatten oder lose Elemente aus Desmopan®, Edelstahl oder Messing).
  5. Geben Sie bei Ihrer Bestellung an, ob sie eine Eigenmontage vornehmen wollen oder unsere Montageteams dies für Sie übernehmen dürfen.

 

Aufmerksamkeitsfelder und Markierungen – Was muss man wissen?

 Um Nutzerinnen und Nutzer frühzeitig zu warnen, empfehlen wir Aufmerksamkeitsfelder vor den Treppen zu platzieren. Diese weisen frühzeitig auf eine Gefahrenstelle hin, so dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darauf einstellen können.

Treppen mit wenigen Stufen oder Einzelstufen, die unerwartet auf ansonsten ebenen Wegen oder größeren Gehflächen vorhanden sind, stellen eine besondere Gefährdung dar. An solchen Stellen und vor Treppen im Allgemeinen sind Aufmerksamkeitsfelder eine große Hilfe. Als Aufmerksamkeitsfeld bezeichnet man eine normierte Fläche mit Noppenstruktur, die auf Niveauwechsel, das Ende des Gehbereiches, Gefahren und Hindernisse hinweist und erhöhte

Aufmerksamkeit erfordert. Ein Feld besteht aus Noppen, die als Noppenplatten oder lose Noppen vor der Treppe verlegt werden und Hindernisse wie Treppen und Rampen rechtzeitig anzeigen. Die Aufmerksamkeitsfelder erstrecken sich über die Breite der Treppe oder Rampe. Zu beachten ist, dass ein Leuchtdichtekontrast von mindestens 0,4 zwischen Stufenkantenmarkierung und unten anschließendem Bodenmaterial nach DIN 32975 bestehen muss. Dies ist mit den Bodenindikatoren der inclusion AG leicht umsetzbar, da diese in rund 200 verschiedenen Farben – teilweise auch fluoreszierend – produziert werden können.

 

Lösungen für alle Anforderungen

Die inclusion AG bietet Ihnen zahlreiche Stufenprofile, um Ihre Treppen im Innen- und Außenbereich abzusichern. Alle haben gemeinsam, dass sowohl die Tritt- als auch die Setzstufe gleichzeitig markiert werden. Dadurch spielt es keine Rolle, von welchem Ende sich die Nutzer der Treppe nähern; die einzelnen Stufen sind von beiden Seiten erkennbar. Eine günstige Alternative stellen Markierungsbänder dar, die aufgeklebt werden. Die Haltbarkeit ist allerdings begrenzt. Klebebänder lösen sich mit der Zeit und verschleißen, so dass sie zeitnah ersetzt werden müssen.

Unser bevorzugter Werkstoff ist der Hochleistungskunststoff Desmopan® von Covestro, der sich in sämtlichen Industriezweigen seit Jahrzehnten bewährt. Das Material ist belastbar, verschleißfest und UV-beständig. Gebäude werden damit nachträglich, d. h. im Bestand nachgerüstet. Die Elemente sind bereits „ab Werk“ rückseitig mit Klebstoff beschichtet, was das System montagefreundlich macht. Viele Produkte aus dem inclusion-Programm werden auch im Außenbereich eingesetzt.

 

Inklusion ist für uns keine Worthülse

Die inclusion AG ist ein bundesweit tätiger Fachbetrieb für Barrierefreiheit. Unser Ansatz ist es, den Preis für unsere Produkte niedrig zu halten, um eine möglichst große Verbreitung und damit praktischen Nutzen für ältere, blinde und sehbehinderte Menschen zu erreichen. Die entsprechenden DIN-Normen, die UN-Behindertenrechtskonvention, das Behindertengleichstellungsgesetz aber auch Unfallverhütungsvorschriften oder Richtlinien im Arbeitsschutz (ASR) sind Grundlagen für die Umsetzung. Letztlich profitieren alle Nutzerinnen und Nutzer von unseren Produkten, zum Beispiel im Rahmen von Sturzprävention und Unfallverhütung.

 

Beachtenswert ist auch das Thema barrierefreie Entfluchtung.

Informationen zum Brandschutz und barrierefreier Entfluchtung finden Sie unter: Flyer-Treppensicherheit

Barrierefreie Wahlen

Barrierefreie Wahlen 2021 – Checkliste

Auch wenn bei der bevorstehenden Bundestagswahl am 26. September 2021 vermutlich mehr Briefwählerinnen und -wähler abstimmen werden als je zuvor, wird es eine große Zahl von Menschen geben, die ihre Stimme persönlich abgeben – selbstverständlich unter Berücksichtigung der dann gültigen Abstands- und Hygienebestimmungen.

Wählen in der Pandemie

Aufgrund der besonderen Wahlumstände unter Pandemiebedingungen ist zu befürchten, dass viele Wahllokale nicht barrierefrei oder nur ansatzweise barrierearm sein werden. Das liegt unter anderem daran, dass die herkömmlichen Wahllokale zum Teil nicht den Hygienevorgaben entsprechen. So sollen etwa die Wahlräume zum einen über eine möglichst große Fläche verfügen, um die Abstandsregeln anwenden zu können, zum anderen sollen sie den regelmäßigen Luftaustausch ermöglichen. Vielerorts wird dadurch ein Umzug in andere Gebäude nötig.

 

Rückblick: UN-BRK

Bereits vor 15 Jahren wurde die UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet, zwei Jahre später wurde sie ratifiziert. Für öffentliche Gebäude bedeutet der Beschluss, dass Menschen mit Einschränkungen in der Lage sein sollen, diese Gebäude selbst bestimmt, d. h. ohne fremde Hilfe aufzusuchen – dabei geht es um Auffindbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit. Gerade im Vorfeld von Wahlen wird immer wieder deutlich, dass sich die Situation für die Betroffenen in den vergangenen Jahren zwar sukzessive verbessert hat, es aber nach wie vor viel zu tun gibt, um eine gleichberechtigte Teilhabe zu gewährleisten.

 

Aktualisierte inclusion-Checkliste

Schon 2013 haben wir mit unserer „Checkliste Barrierefreie Wahllokale“ einen Nerv getroffen – in diesem Jahr bieten wir daher einen aktualisierten Leitfaden an, zu finden hier. Wieder geht es darum, Hinweise zu geben, wie Barrierefreiheit – insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen – kostengünstig und pragmatisch umgesetzt werden kann. Mit dieser Liste erheben wir keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit. Bundesländer haben eigene Maßnahmenpläne entwickelt. Dort fehlen allerdings häufig ganz konkrete Vorschläge, wie die Maßnahmen umgesetzt werden können.

 

Treppensicherheit 

Die Gefahr, die durch Unfälle und Stürze auf und an Treppen ausgeht, darf nicht unterschätzt werden. Seit Jahren ist die Zahl der jährlich tödlich verunglückten Personen an Treppen in Deutschland erstaunlich hoch.

Deshalb sind eine Reihe von Maßnahmen erforderlich, die allen Nutzerinnen und Nutzern zugutekommen. Auch für Menschen ohne Seheinschränkung sinkt das Risiko an einer Treppe zu stürzen, wenn diese barrierefrei gestaltet ist.

Sinnvoll sind sogenannte Aufmerksamkeitsfelder vor Gefahrenstellen wie Treppen. Diese bestehen aus einzelnen Bodenindikatoren (Noppen) oder Noppenplatten und haben die Aufgabe, Gefahrenstellen rechtzeitig anzukündigen.
Mindestens die erste und letzte Stufe muss kontrastreich markiert sein. Besser wäre es jede Stufe zu markieren, so wie es vorgeschrieben ist, wenn es sich nur um drei Stufen handelt.

Als Fachbetrieb für Barrierefreiheit können Sie sich bei Fragen gerne an uns wenden. Neben Herstellung, Lieferung und Montage beraten wir gerne. Unsere Produkte kann man permanent oder temporär einsetzen und kaufen oder auch mieten.

PS: Taktil durch die Krise!

Blindenleitsystem Rhein-Sieg-Halle

In der als Multifunktionshalle dienenden Rhein-Sieg-Halle, die zuletzt saniert und angebaut worden ist, wurde zur besseren Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen ein Blindenleitsystem der inclusion AG verlegt. Dieses besteht aus Edelstahl mit schwarzen Anti-Rutsch-Einlagen.

Bedeutung von Blindenleitsystemen

Blindenleitsysteme sind für sehbehinderte und blinde Menschen ein elementares Hilfsmittel mit verschiedenen Bedeutungen. Blindenleitstreifen führen zu einem bestimmten Punkt, sie lassen Übergänge und Zebrastreifen finden um die Straße sicher passieren zu können und an Bahngleisen lassen sie einen wissen, wie weit man von den Gleisen entfernt ist um gefahrlos am Gleis entlang gehen zu können. Besonders wichtig dabei ist, dass nichts im Weg ist.

Blinde und sehbehinderte Menschen sind im öffentlichen Verkehr darauf angewiesen, dass möglichst wenige Hindernisse im Weg liegen. Da aber vielen Menschen die Bedeutung der Leitstreifen nicht bewusst ist, liegen bzw. stehen dort oft Hindernisse wie Fahrräder, E-Roller, Koffer oder Menschen. Das größte Problem dabei ist es dem Hindernis auszuweichen und den Leitstreifen wiederzufinden. Bei E-Rollern beispielsweise ist es oft schwer klar zu erkennen, wie diese liegen und wie man ihnen am besten ausweicht, weshalb es eine große Schwierigkeit darstellt sie zu umgehen und wieder zurück auf den Leitstreifen zu finden. Durch diese Hindernisse, die eigentlich nicht da sein sollten, kann es außerdem zu Verletzungen kommen, die hätten vermieden werden können, würden die Leitstreife frei von Hindernissen sein. Als zusätzliches Hilfsmittel werden daher oft ein Blindenlangstock und das Gehör genutzt, mit dem der Verkehr akustisch wahrgenommen werden kann.

Ein Anliegen des BSVH, dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V., und dem HVV, dem Hamburger Verkehrsbund, ist es daher, das Bewusstsein der Menschen für Blindenleitstreifen zu stärken. So würde es zu weniger Hindernissen und somit weniger Verletzungen kommen und blinden und sehbehinderten Menschen gleichzeitig mehr Sicherheit im Straßenverkehr geben.
In einem in Zusammenarbeit der beiden Instanzen produzierten Video soll unter dem Motto „Miteinander im HVV – Wie Blinde dank eurer Hilfe sicherer ans Ziel kommen“ über die oben genannten Aspekte aufgeklärt werden.

Quelle