10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention

Am 24. Februar 2009 wurde in Deutschland die UN-Behindertenkonvention ratifiziert. Das 10-jährge Jubiläum ist daher ein Anlass, sich mit diesem Abkommen zu beschäftigen und zurückzublicken. Was genau wurde in dem Abkommen beschlossen und wurde dies auch wirklich umgesetzt? Wo gibt es noch Lücken in der Umsetzung?

Weltweit leben 650 Millionen Menschen mit einer Behinderung, das entspricht etwa 10% der Gesamtbevölkerung. Diese sollen laut UN-BRK nicht mehr als Kranke angesehen werden, sondern als gleichberechtigte Menschen. Sie dürfen nicht diskriminiert werden und haben ein Anrecht auf Teilhabe am Leben in allen Bereichen, sei es in Schule und Ausbildung, im Arbeitsleben oder generell im öffentlichen Leben. Dies wird mit dem Begriff Inklusion bezeichnet und gilt als Leitgedanke der Konvention.

Ein weiteres wichtiges Schlagwort ist in diesem Zusammenhang das der Barrierefreiheit. Es bedeutet, dass Menschen mit Behinderung einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen aber auch zu ihrer physischen Umwelt erhalten sollen. Grundlage hierfür ist eine barrierefrei gestaltete Umwelt. Nicht der behinderte Mensch muss sich seiner Umgebung anpassen, sondern die Umgebung muss den Bedürfnissen aller Menschen angepasst werden um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Konkret bedeutet dies zum Beispiel Rampen für Rollstuhlfahrer oder Aufzüge zu bauen oder taktile Bodenleitsysteme für blinde und sehbehinderte Menschen zu verlegen. Einrichtungen sind dann barrierefrei, wenn sie für behinderte Menschen ohne Erschwernis und ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Dies gilt auch für das Medium Internet, das ebenfalls für alle Menschen zugänglich sein sollte, sei es durch ein bestimmtes Sprachausgabeprogramm oder durch in einfacher Sprache verfasste Seiten für geistig behinderte Menschen.

In seinem letzten Bericht von 2015 hatte der UN-Ausschuss nur wenig lobende Worte für die Umsetzung der Konvention in Deutschland zu erübrigen. Es gäbe immer noch zu viele Defizite, nicht nur in der Umsetzung. So gelte es in Deutschland zum Beispiel nicht einmal als Diskriminierung, wenn Geschäfte keine Rampe für Rollstuhlfahrer bauten – anders als in vielen anderen europäischen Ländern.

Mittlerweile sind seit dieser Prüfung 4 Jahre vergangen und dieses Jahr steht bereits die nächste Prüfung an. Bleibt abzuwarten, welche Fortschritte in dieser Zeit in den Bereichen Inklusion und Barrierefreiheit gemacht wurden – und wo weiterhin dringend Handelsbedarf besteht.

Für uns als inclusion AG sind Barrierefreiheit und Inklusion heute schon mehr als bloße Worthülsen. Unser Ziel ist es, mithilfe unserer Produkte Barrieren abzuschaffen und damit allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, sei es im öffentlichen Straßenverkehr und in öffentlichen Gebäuden, in der Freizeit oder im Urlaub.