Glossar zu Inklusion und Barrierefreiheit

Hier entsteht in Kürze ein Glossar zu Inklusion und Barrierefreiheit, welches ständig ergänzt und erweitert wird.

Sollte ein Begriff noch nicht bzw. unvollständig erläutert sein, bitten wir um eine kurze Rückmeldung.

 

A

Absturzkanten

Ungesicherte Absturzkanten (z. B. Kaimauern, Bahn- oder Bussteigkanten) sind kontrastreich zu kennzeichnen.

Abzweigefeld

Quadratische Fläche mit Noppenstruktur, die in der Regel in Verbindung mit Leitstreifen oder Auffindestreifen zu verwenden ist und auf Verzweigungen und Abknickungen hinweist.

Auffindestreifen

Fläche aus Bodenindikatoren zum Auffinden von hauptsächlich seitlich gelegenen Zielen, die über die Breite der Gehbahn oder des Gehwegs verlegt wird.
Für allgemeine Ziele: Streifen mit Rippenstruktur in Hauptgehrichtung zum Auffinden allgemeiner Ziele (z. B. Haltestellen, Treppen, Beginn von Leitstreifen oder Leitsystemen) außer Querungsstellen.
Für Querungsstellen: Streifen mit Noppenstruktur zum Auffinden von seitlich der Hauptgehrichtung gelegenen Querungsstellen, der in Kombination mit einem Richtungsfeld verwendet wird.
Details werden in der DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum beschrieben.


B

Begleitstreifen

Streifen oder Fläche aus Bodenelementen zur Herstellung des erforderlichen taktilen und/oder visuellen Kontrastes zwischen den Bodenindikatoren und dem Umgebungsbelag.
Details werden in der DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum beschrieben.

Bodenindikator

Bodenelement zur Information, Orientierung, Leitung und Warnung für blinde und sehbehinderte Menschen mit einem hohen taktilen, visuellen und gegebenenfalls akustischen Kontrast zum angrenzenden.
Details werden in der DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum beschrieben.


C


D

DIN

Deutsches Institut für Normung e.V. in Berlin

DIN EN 81-70

Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau  von Aufzügen Teil 70: Zugängigkeit von Aufzügen für Personen,  einschließlich für Personen mit Behinderungen.

DIN 1450

Schriften; Leserlichkeit. Ausgabe 1993-07

DIN 1451

DIN-Schrift

DIN 4844

Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen

DIN 18024-1

Nicht mehr gültig. Abgelöst von DIN 18040
Barrierefreies Bauen – Teil 1: Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätze; Planungsgrundlagen

DIN 18024-2

Nicht mehr gültig. Abgelöst von DIN 18040
Barrierefreies Bauen – Teil 2: Öffentlich zugängige Gebäude und Arbeitsstätten, Planungsgrundlagen

DIN 18025-1

Nicht mehr gültig. Abgelöst von DIN 18040Barrierefreie Wohnungen; Wohnungen für Rollstuhlbenutzer; Planungsgrundlagen

DIN 18025-2

Nicht mehr gültig. Abgelöst von DIN 18040
Barrierefreie Wohnungen; Planungsgrundlagen

DIN 18040

Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen
Teil 1 Öffentlich zugängliche Gebäude (30 Seiten)
Teil 2 Wohnungen (34 Seiten)
Teil 3 Öffentlich zugänglicher Verkehrs- und Freiraum
Die DIN 18040 enthält die Grundlagen für die Planung von barrierefreien öffentlichen Gebäuden (Teil 1) bzw. Wohnungen (Teil 2) und zeigt unter welchen technischen Voraussetzungen Barrierefreiheit erreicht wird.

DIN 32974

Akustische Signale im öffentlichen Bereich – Anforderungen

DIN 32975

Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung

DIN 32976

DIN 32976 mit Ausgabedatum 2007-08 legt die Gestaltung der Blindenschrift und ihre Maße fest und stellt Anforderungen an die Trägermaterialien auf. Sie wendet sich u.a. an Hersteller von Blindenschrift aller Art.

DIN 32981

Zusatzeinrichtungen für Blinde an Straßenverkehrs-Signalanlagen (SVA). Anforderungen. Stand: 2000-10.

DIN 32984

Bodenindikatoren im öffentlichen Raum (2011-10)

E DIN 32986

DIN 32986 „Taktile Schriften – Anbringung von Braille- und erhabener Profilschrift“
Im E-DIN 32986 wird das nachfolgende Schutzziel wie folgt beschrieben:
„Diese Norm legt Anforderungen und Maße für die Blindenschrift und erhabene Profilschrift zur Verwendung im Innen- und Außenbereich fest. Sie regelt die Gestaltung und Anordnung der Informationselemente, damit blinde und sehbehinderte Menschen diese Informationen flüssig erkennen, lesen und interpretieren können …”


E

EN

Europäische Norm


F

FM-Anlage

Frequenzmodulations-Anlage. Drahtlose Funkanlage als Unterstützung für schwerhörige Menschen. Die Anlage besteht aus einem Sender, der wie ein herkömmliches Mikrofon aussieht, und mehreren Empfängern für jede einzelne schwerhörige Person. Das Sprechen in den Sender verstärkt die Lautstärke. Die Empfänger sehen wie Kopfhörer aus, an denen die Lautstärke individuell geregelt werden kann. (Quelle: www.paritaet-hessen.org)


G


H

HBVA

Hinweise für barrierefreie Verkehrsanlagen (HBVA – FGSV-Nr. 212). Zusammenfassung von Planungshilfen und der unterschiedlichen Vorstellungen der Akteure zur Umsetzung von Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Herausgeber ist die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV).


I

Induktionsanlage und Induktionsschleife

Fest installierte Anlage in Räumen zur Verstärkung der Tonsignale für Menschen mit Hörschädigung. Für schwerhörende Menschen ist damit ein problemloser Empfang möglich, indem sie ihr Hörgerät auf eine bestimmte Position stellen. Nachteil: Man ist auf den Raum und die Weite der installierten Induktionsschleife angewiesen. Vorteil: Alle Personen können ihre eigenen Geräte nutzen. (Quelle: www.paritaet-hessen.org)

ISO

International Organization for Standardization

ISO 23599

Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Personen – Bodenindikatoren


J


K

Kontraste

taktiler Kontrast:
Kontrast durch unterschiedlich strukturierte Oberflächen und/oder Materialien, der mit dem Langstock und möglichst auch mit den Füßen wahrnehmbar ist.

visueller Kontrast:
Helligkeitskontrast benachbarter Oberflächen, der visuell wahrnehmbar ist und durch den Leuchtdichtekontrast definiert wird. Die Kontrastwahrnehmung kann durch Farbgebung unterstützt werden. Zur Ermittlung des Kontrasts dient die Messung der Leuchtdichtefaktoren nach DIN 5036-3. Die Messung der Leuchtdichten erfolgt dabei bei diffuser Beleuchtung mit der Lichtart, die in der Anwendung vorgesehen ist, mindestens unter dem Messwinkel 0° (senkrecht zur Oberfläche) und gegebenenfalls zusätzlich unter praxisrelevanten Beobachtungswinkeln.

akustischer Kontrast:
Kontrast des Klangverhaltens unterschiedlich strukturierter Oberflächen und/oder unterschiedlicher Materialien, der beim Überstreichen mit dem Langstock wahrnehmbar ist.

Details werden in der DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum beschrieben.


L


M


N

Normung

Normung ist die planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit.

Zielsetzung ist unter anderem die Rationalisierung, Qualitätssicherung, Sicherheit, Vergleichbarkeit / Konformität sowie Verständigung.

Die Grundlage für die Akzeptanz von Normen ist die Berücksichtigung des Standes der Technik sowie das Konsensverfahren. Wichtig im Normungsverfahren ist die Beteiligung aller interessierten Kreise.

Normungs-Organisationen

nationale DIN
Deutsches Institut für Normung e. V.
Sitz in Berlin

europäische EN
Europäisches Komitee für Normung
(CEN = Comité Européen de Normalisation)
Sitz in Brüssel

Internationale ISO
Internationale Organisation für Normung
Sitz in Genf


O

ÖNORM

Österreichische Norm

ÖNORM B 1600

Barrierefreies Bauen Planungsgrundlagen

ÖNORM B 1601

Spezielle Baulichkeiten für behinderte und alte Menschen: Planungsgrundsätze, 1994.

ÖNORM B 1602

Barrierefreie Schul- und Ausbildungsstätten und Begleiteinrichtungen, 2001.

ÖNORM B 1603

Planungsgrundlagen für barrierefreie Tourismuseinrichtungen, 2005.

ÖNORM V 2102-1

Technische Hilfen für sehbehinderte und blinde Menschen – Taktile Bodeninformationen – Teil 1: Für Wege in Baulichkeiten und im öffentlichen Raum bei Fahrgeschwindigkeiten bis max. 80 km/h.


P


Q


R

RiLSA 10

Die Richtlinien für Lichtsignalanlagen, Köln 2010 enthält Vorgaben für die Räumzeiten und für akustische und taktile Signalgeber.


S

Screenreader

Vorlese-Anwendung. Ein Screenreader ist ein Hilfsmittel für den Computer blinder Menschen, der herkömmliche Schrift in eine Sprachausgabe oder Brailleschrift verwandelt. Bei barrierefrei gestalteten Dokumenten und Internetseiten werden zu grafischen Darstellungen vom Screenreader erklärende Alternativtexte vorgelesen. Außerdem können Überschriften und bestimmte Absätze erkannt und von den Nutzerinnen und Nutzern angesteuert werden. (Quelle: www.paritaet-hessen.org)

SN

Schweizer Norm

SN 521500

Hindernisfreie Bauten

Stand der Technik

Der Begriff taucht unter anderem in DIN Normen auf und wird oft verschieden ausgelegt bzw. unterscheidet sich auch von dem Begriff „Anerkannte Regeln der Technik“.
In der Definition des Bundesverfassungsgerichts umfasst der „Stand der Technik“ das von Fachleuten verfügbare Fachwissen, sofern

  • wissenschaftlich begründet
  • praktisch erprobt und
  • ausreichend bewährt

T

TRA

Technische Richtlinien für Aufzüge (aufgehoben am 2. März 2011).
Es gilt nun die europäische Nrom EN 81.


U

UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Am 3. Mai 2008 ist das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft getreten. Nachdem Ecuador am 3. April als zwanzigster Mitgliedsstaat die Ratifikationsurkunde in New York hinterlegt hat, ist das Übereinkommen nun – vier Wochen später – für alle Mitgliedsstaaten, die bereits ratifiziert haben, völkerrechtlich wirksam.

Dieses universelle Vertragsinstrument konkretisiert bestehende Menschenrechte für die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen mit dem Ziel, ihre Chancengleichheit in der Gesellschaft zu fördern. Das Vertragswerk stellt einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Rechte von weltweit rund 650 Millionen behinderter Menschen dar. Deutschland hat als einer der ersten Staaten das Übereinkommen am 30. März 2007 unterzeichnet.


V


W


X


Y


Z